Gemüse gegen Alzheimer: NEU!

Artikel .1163 vom 28.02.2022

Leichte Entzündungen im Gehirn, die über Jahrzehnte anhalten, führen nicht nur zur Depression, sondern auch zu Demenz und Alzheimer. Antioxidantien wirken Entzündungen entgegen. Wissen Sie. Jedenfalls im Prinzip. Flavonoide, also sekundäre Pflanzenstoffe, sind solche Antioxidantien. Buntes Gemüse und Obst müsste somit das Demenzrisiko verringern.

Genau das wurde in einer umfassenden Studie untersucht (2021, ganz neu). Insgesamt nahmen fast 50.000 Frauen und 30.000 Männer teil. Studiendauer: 20 Jahre. Die Teilnehmer mussten mehrmals in Fragebögen angeben, wie sie sich ernährten und Fragen zu ihrem Erinnerungsvermögen beantworten. Die hohe Teilnehmerzahl und der lange Studienzeitraum machen die Studie hochwertig. Freilich: Fragebögen sind nicht so toll. Leider sehe ich bei dieser Studie aber keine Alternative. Auch zu messen, also die vielen verschiedenen Flavonoide im Blut nachzuweisen, ist praktisch unmöglich.

Das Ergebnis ist trotzdem interessant.

Personen, die viel Gemüse und Obst aßen, hatten ein um 20 Prozent reduziertes Demenz-Risiko.

Nicht alle Flavonoide zeigten die gleiche Wirkung. Besonderen Schutz bieten Flavone und Anthocyane. Festgestellt wurde das über die Zusammensetzung des Gemüses, welches die Studienteilnehmer aßen.

Die Studie hat allerdings ein großes Defizit:

Wie sähe das Ergebnis aus, wenn nicht nur die Menge an Flavonoiden und ihre antioxidative Wirkung betrachtet würde? Wie sähe der Erfolg aus, wenn in erster Linie Entzündungsreaktionen vermieden würden durch No Carb und Sport?

Wie sehr würde die Kombination aus antioxidativ wirkenden Flavonoiden, also Gemüse, und eines entzündungsarmen Lebensstils das Demenz-Risiko vermindern?

Um 100 Prozent? Also null Demenz? Das vermute ich.

Gemerkt? Das war soeben pure Epigenetik. Die Treppenleiter ins Licht. Der heilige Gral, der die antiquierte Schulmedizin aus ihrer immer offenkundiger werdenden Versagens-Krise (denken Sie an Corona!) retten könnte und triumphale HEILUNG ermöglichte.

Nun gut. Nun ja. Eigenverantwortung, aktives Handeln – nur das nämlich ist Epigenetik – bleibt einigen wenigen vorbehalten. Also warte ich an guten Tagen geduldig auf bessere Studien. An schlechten Tagen … hadere ich mit meiner eigenen Trägheit. Auf gute Studien sollte man nicht warten, sondern sie MACHEN. Hieße ganz praktisch: Ihre gesammelten Krankenakten, Zehntausende Laborbögen durchforsten und auswerten.

Das Schlimme daran: Hat mein Hirn längst … gespeichert. Input ja täglich. Und das Ergebnis ist MIR SONNENKLAR.

 

Quelle: Yeh TS, Yuan C, Ascherio A, Rosner BA, Willett WC, Blacker D. Long-term Dietary Flavonoid Intake and Subjective Cognitive Decline in US Men and Women. Neurology. 2021;97(10):e1041-e1056.

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