Nierenbeschwerden und Gicht

Artikel .1177 vom 06.06.2022

Natürlich gibt es auch mails, gibt es Anfragen, die mir die Nackenhaare hochstellen. Natürlich. Nach meiner Erfahrung kann man sich übrigens nicht daran „gewöhnen“. Diese Nackenschläge treffen einen nach 20, nach 30 Jahren mit stets gleicher Heftigkeit. Abhilfe? Natürlich möglich. Gegenreflex.

Hatte ich Ihnen am Beispiel Formel-I-Reflex erklärt. Sobald der Stressor – in diesem Fall die Mailanfrage – Ihr Nervenkostüm durchschütteln möchte, Ihr Körper also reflexhaft auf Angriff oder Abwehr schaltet, sollten Sie einen Gegenreflex VORHER entwickelt haben.

Der jetzt automatisch anspringt. Hatte ich F-I-Reflex genannt. Aus gutem Grund übrigens. Könnten Sie sich auch aneignen. Mein Leben wird seit Jahrzehnten von dieser Fähigkeit, Stress abzublocken, beherrscht.

Solch ein „Nackenhaare-mail“ folgt. Es genügen zwei Sätze:

„Ich bitte Sie um Stellungnahme zu folgender Behauptung: Proteinreiche Ernährung, respektive ketogene Ernährung führt zu Nierenbeschwerden und begünstigt Gicht.“

Hmmm. Tja. Wühlen in der Dunkelheit, im Schlamm. Typisch menschliches Verhalten, selbstverständlich auch mir anerzogen in der ersten Lebenshälfte. Wie antwortet man? Überhaupt nicht? Liebenswürdig auf drei Seiten, in dem man die Physiologie der Niere und der Gichterkrankung schildert? Dazu fehlt leider die Zeit. Ich betone leider! Also habe ich versucht, in ganz wenigen Worten aus tiefster Überzeugung zu sprechen. Hoffentlich auch überzeugend.

„Gicht heißt Harnsäure. Die entsteht aus Purinen, nicht aus Eiweiß. Ketonkörper entstehen aus Fett, nicht aus Eiweiß. Was soll das?

Ich esse täglich hochkonzentriertes Eiweißpulver. Das ist absolut purinfrei und fettfrei.

Lustig: Alle Löwen (nur Eiweiß und Fett), alle Eskimos (nur Eiweiß und Fett) haben also kaputte Nieren oder Gicht. Glauben Sie das? Unsere Vorfahren haben drei Mal mehr (!) Eiweiß gegessen als wir (laut Uni Rostock): sind die alle Nierenkrank gewesen?

Mit freundlichen Grüßen …“

Antwort kam keine. Hatte die Antwort genügt? War ich zu unfreundlich? Was Sie soeben geschildert bekommen haben, war Jahrzehnte mein Alltag. Also diese … Unsicherheit, ob ich mit einer Antwort der Anfragenden wirklich geholfen habe.

Denn diesen Anspruch hatte ich unbedingt. Meine kluge Frau würde jetzt dazwischen murmeln: „leider“.

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