Parkinson - Diabetes im Gehirn

Artikel .1145 vom 25.10.2021

Diabetiker erkranken dreimal häufiger an Parkinson als Menschen mit einem gesunden Energiestoffwechsel. Daher liegt die Vermutung nahe, dass die beiden Krankheiten einen gemeinsamen Ursprung haben – Insulinresistenz.

Lange Zeit ging man davon aus, dass Insulin hauptsächlich den Energiestoffwechsel reguliert und Zucker aus dem Blut in die Körperzellen transportiert. Mittlerweile weiß man viel mehr. Insulin überwindet die Blut-Hirn-Schranke. Das heißt, das Hormon wird von der Schicht, die das Gehirn vor schädlichen Stoffen schützt, hineingelassen.

Im Gehirn wirkt Insulin direkt auf die Gehirnzellen.

Das Hormon trägt zur Regulierung des Wachstums von Nervenzellen bei und zusammen mit anderen Stoffen, sorgt Insulin für die Funktion der Synapsen. Das sind die Übergänge, an denen Informationen von einer Zelle zur nächsten übertragen werden. Außerdem beeinflusst das Hormon genau die Zellen, die auf Dopamin reagieren. Damit diese wichtigen Prozesse funktionieren, wird im Gehirn Insulin benötigt. Aber eben nicht zu viel!

Diabetes und Insulinresistenz zeigen sich durch hohe Insulinspiegel, die Zellen reagieren aber nicht mehr auf das Hormon. (Insulinresistenz).

Wenn auch Zellen im Gehirn auf Insulin nicht mehr reagieren, verliert das Hormon seine regulierende Wirkung.

Insulin kann dann nicht mehr das WACHSTUM von Nervenzellen steuern, es kann nicht mehr dafür sorgen, dass Synapsen funktionieren und verliert seine positive Wirkung auf Dopamin-sensitive Zellen. Die gehen dann unter. Resultat: Dopaminmangel. Parkinson.

Interessanterweise werden Medikamente, die für die Behandlung von Diabetes entwickelt wurden, inzwischen auch in der Therapie von Parkinsonpatienten getestet. In meinen Augen der typisch verfehlte Ansatz. Warum nicht direkt der Insulinresistenz den Garaus machen? Ist doch so einfach mit No Carb.

Wenn Sie No Carb leben, ist Ihr Insulinspiegel immer zu niedrig. Erwünscht. Die Zellen im Gehirn reagieren ordnungsgemäß auf Insulin und verlieren diese Sensibilität nicht.

Sollten Sie bereits an Parkinson leiden, ist No Carb besonders wichtig. Eine Insulinresistenz bildet sich nämlich zurück. Dann kann das Hormon in Ihrem Gehirn wieder seine positive Wirkung entfalten. Es können sogar neue Gehirnzellen, auch Dopamin-produzierende Zellen, heranwachsen.

Besteht also doch Hoffnung bei Parkinson? Logik und Gefühl sagen mir: JA!

Quelle: Athauda D, Foltynie T. Insulin resistance and Parkinson's disease: A new target for disease modification?. Prog Neurobiol. 2016;145-146:98-120.

 

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