Lupus mit epigenetischen Schaltern heilen

Artikel .1139 vom 13.09.2021

Klassisch: Der Lupus. Unheilbar. War der Schrecken in meiner Hautklinik-Ära. Gibt´s in vielfältiger Form. Was steckt dahinter? Autoimmunreaktion. Heute in meinen Augen… in den Griff zu bekommen. Aber nochmal ganz langsam:

Systemischer Lupus erythematodes (SLE) gilt in der Schulmedizin als nicht heilbar. Man könne nur die Symptome in Schach halten, mit Medikamenten. Meine Patienten beweisen das Gegenteil, ist heilbar, mit Epigenetik. Weiß halt kaum jemand, also mit Ernährung, Bewegung, Denken. Warum? Weil bei der Lupus-Erkrankung einige Gene auf krank gestellt sind, die man wieder auf gesund stellen kann. Klingt schlicht, beschreibt aber eine geniale neue Medizin. Die Frohmedizin.

Viele Gene der T-Zellen, das sind bestimmte Zellen des Immunsystems, sind bei Patienten mit SLE durchweg zu wenig methyliert. Das heißt, sie sind zu wenig gebremst, sie sind also zu aktiv. Dadurch entstehen viel mehr entzündungsfördernde Botenstoffe, wie beispielsweise Zytokine. Wenn alle T-Zellen ununterbrochen viel zu viele Entzündungsstoffe produzieren, sind chronische Entzündungen die logische Konsequenz.

Und genau daran leiden SLE-Patienten. Besonders betroffen sind innere Organe, Blutgefäße, Gelenke, Muskeln oder auch die Haut. Die Krankheit geht meist mit unerträglichen Schmerzen und totaler Abgeschlagenheit einher.

An SLE erkranken viermal so viele Frauen wie Männer. Auch dieses Phänomen kann mit epigenetischen Schaltern erklärt werden. Frauen besitzen zwei X-Chromosomen, Männer nur ein X- und dafür noch ein Y-Chromosom. Chromosomen sind verknäulte DNA-Stränge. Auf dem X-Chromosom befinden sich viele Gene, die Bauanleitungen für Stoffe des Immunsystems beinhalten.

Damit das Immunsystem nicht überreagiert, ist daher bei Frauen eines der X-Chromosome stumm geschaltet (wussten Sie das?)…, und zwar dank Methylierung. Frauen, die an SLE leiden, haben oft ein zu gering methyliertes zweites X-Chromosom. Das ist dann leider aktiver. Dadurch werden vermehrt entzündungsfördernde Stoffe hergestellt.

In den Zellen von Gesunden sorgen spezielle Enzyme für das Anbringen der Methylgruppen an die DNA. In kranken Zellen der SLE-Patienten funktionieren diese Enzyme nicht mehr richtig, daher sind einige Gene angeschaltet, die eigentlich ausgeschaltet sein sollten. Die Enzyme funktionieren nicht, da sie von freien Radikalen, wie sie bei oxidativem Stress entstehen, zerstört wurden.

Gegen oxidativen Stress können Sie etwas tun: Besser könnten. Sie hören mir einfach zu wenig zu. Und sitzen mir täglich – überflüssigerweise – gegenüber. Es geht ZENTRAL um: Kohlenhydrate streichen, Bewegung, Nährstofflücken füllen, ausreichend Schlafen und psychischen Stress ablegen. Reduziert sich der oxidative Stress, funktionieren die Enzyme wieder. Die haben nur „geschlafen“. Allerdings brauchen die Enzyme immer und immer wieder ausreichend Methylgruppen, um sie an der DNA anzubringen.

Einer der wichtigsten Methylgruppen-Spender ist die essentielle Aminosäure Methionin.
NOCH EINMAL ganz langsam:   M – E – T – H – I – O – N – I – N !

Wie hoch ist Ihr gemessener – nicht Ihr geglaubter – Methionin-Spiegel? Aufgewacht? Kinder, Kinder …!

Quelle: Lanata CM, Chung SA, Criswell LA. DNA methylation 101: what is important to know about DNA methylation and its role in SLE risk and disease heterogeneity. Lupus Sci Med. 2018;5(1):e000285.

zurück zur Übersicht

top