Problemlösung im Lehnstuhl

Artikel .1105 vom 18.01.2021

In den USA 1975/1976 hatte ich das Privileg, fast wöchentlich einen berühmten Wissenschaftler kennenlernen zu dürfen. Weil dort die ganz Großen, die Kapazitäten sich gegenseitig regelmäßig besuchen. Und alle, alle kamen sie nach Los Angeles zum Hormonpapst Morton Grossman. Ich durfte als „produktivster“ Fellow bei den Gesprächen zuhören.

Da lernte ich etwas über das Phänomen „Armchair study“. Über ein Genie, der ganz wesentliche, richtungsweisende Arbeiten veröffentlichte, ohne selbst Experimente gemacht zu haben. Der hat sich hingesetzt und einfach lange genug nachgedacht. Bewundernswert.

Darf ich Sie testen? Sie, liebe Leserin, lieber Leser? Können Sie das auch? Vielleicht haben Sie ja verborgene Fähigkeiten, die wir hier, jetzt aufdecken könnten?

Ich schildere Ihnen einfach mal eine Liste von Beschwerden… Sie denken nach… und finden die Lösung. Den Weg zur Heilung. Wollen wir?

Ein junger Ingenieur, fast Leistungssportler, also sehr schlank, fit, muskulös erzählt mir ganz unmöglichen Mist. Das Wort benutze ich ganz bewusst. Mist?

Na gut. Solche Schilderungen hör ich öfter. Und wenn derjenige, welcher, 89 oder 91 Jahre alt ist… verständlich. Aber bei einem jungen, körperlich und geistig hochleistenden Mann?

Natürlich hat der sich untersuchen lassen. Weil das ganze so lustig ist (Sie verstehen mich schon), kurze Aufzählung:

Allergietestung (negativ), großes Blutbild (in Ordnung), Operation Nasenscheidewand, Ultraschall Herz, Belastungs-EKG, Lungenfunktion, Ultraschall Organe, erneutes Blutbild. Alles in Ordnung. Natürlich.

Jetzt kommt der Test. Wissen Sie, was dem jungen Mann fehlt? Was hier falsch läuft?

Bitte kommen Sie mir nicht mit der schulmäßigen Diagnose „der spinnt eben“ oder „der hat wohl psychische Probleme“ oder „überfordert, zu viel Stress“. Das sind alles – auch Ihnen wohlbekannte – Ausweichmanöver. Heißen auf gut deutsch: Ich weiß es nicht.

Aber wir.

Wir haben Medizin verwandelt. Wir haben daraus eine Kunst gemacht. Eine Kunst, die dem jungen Ingenieur gefallen hat: Die alleine auf Naturwissenschaft beruht. Wir haben nämlich gemessen. Und gefunden? Na? Genau! Sie haben´s erraten.

EIN KATASTROPHALES AMINOGRAMM.

Wörtlich: „Besteht praktisch nur aus Defiziten und Schwachstellen. Nennt man üblicherweise Burn-out.“

Kamen noch Kleinigkeiten dazu, wie immer: Tiefes Testosteron, wenig Kalium, wenig Magnesium (Puls). Der junge Mann hat verstanden, hat nachgemessen und berichtet nach vier Monaten:

„…habe die Werte kontrollieren lassen. Sie gehen alle in die richtige Richtung, nur wird es noch einige Zeit dauern, bis die Höchstwerte (mein Motto: Alles oder nichts) erreicht sind. Körperlich kann ich mir schon wieder ein bisschen was zumuten…

Ärgert mich. Habe ich ihm natürlich nicht gesagt. Ärgert mich deshalb, weil ich offenbar anders strukturiert bin: Wenn mir etwas fehlt, fülle ich es auf. In zwei Wochen. Längstens in vier Wochen. Und das schafft man dann, wenn man kurzfristig (schon nach einer Woche) nachmisst. Erschrickt. Die Dosis erhöht. Nach zwei Wochen erneut nachmisst. Noch einmal erschrickt, die Dosis weiter erhöht.

Diese letzten Sätze sind der Kern, der heilige Gral der hohen Kunst der Heilung.

Hat bisher noch niemand von Ihnen – meines Wissens – bedacht und realisiert.

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