Nicht die leiseste Ahnung

Artikel .1074 vom 22.06.2020

Hätte sie, die Medizin. Meint ein Schriftsteller im Vorwort seines Büchleins. Der hier entwickelte Gedanke ist so interessant, so weiterführend, für viele von Ihnen sogar

lebensentscheidend,

dass ich mir erlaube, zunächst das gesamte Vorwort zu zitieren:

„Wenn die Nervenzellen des Gehirns überaktiv werden, senden sie ungebremst willkürlich wirkende Impulse aus. Diese Impulse können abnorme Sinnesempfindungen, bizarre Bewegungen oder sogar geistige Verwirrung auslösen. Wenn so etwas geschieht, spricht man gemeinhin von einem Anfall.

Zwei Prozent aller Erwachsenen erleiden im Laufe ihres Lebens mindestens einen solchen Anfall. In den allermeisten Fällen folgt diesem kein zweiter mehr. Einige Menschen aber werden ihr ganzes Leben lang von wiederholten Anfällen geplagt. Für diese Krankheit gab es im Laufe der Geschichte die unterschiedlichsten Bezeichnungen: Besessenheit, heilige Krankheit, dämonisches Leiden, sogar Geißel Gottes. Heute nennt man sie Epilepsie.

Manchmal ist die Medizin in der Lage, die äußeren Ursachen für epileptische Anfälle zu ermitteln – meist handelt es sich dabei um mikroskopisch kleine Hirnverletzungen, um Gehirntumore oder genetische Prädispositionen. Drei Vierteln aller Epileptiker aber – allein in den USA über 1,9 Millionen Menschen – wird gesagt, ihr Leiden sei idiopathisch.

Idiopathisch stammt aus dem Griechischen, wo idio „eigentümlich“, „besonders“ bedeutet und pathós „Leiden“ oder „Krankheit“. Wörtlich lässt sich idiopathisch mit „eigentümliches Leiden“ übersetzen, der modernen Definition nach bezeichnet man damit jedoch „eine Krankheit ohne erkennbare Ursache“. (Strunz: Auf bayerisch: Keine Ahnung).

Mit anderen Worten: Trotz der gewaltigen Fortschritte, die in den vergangen Jahrhunderten auf dem Gebiet der Humanmedizin erzielt wurden, können sich Ärzte in den meisten Fällen immer noch nicht erklären, warum es zu epileptischen Anfällen kommt.

Sie haben nicht die leiseste Ahnung.“

Soweit, so gut. Auch ich bin Arzt mit einer länglichen Ausbildung. Habe das Gleiche gelernt wie andere Fachärzte. Habe also ebenfalls „nicht die leiseste Ahnung“.

Nur: Mich stört das nicht.

Ich maße mir nicht an, die Natur bis ins Detail zu durchschauen, zu erklären. Oft genug akzeptiere ich meine Unwissenheit. Habe aber in meiner Gedankenwelt ein

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entwickelt, dennoch oder gerade deshalb zu helfen. Helfen zu können.

Man muss nämlich gar nicht das tun, was ich jahrelang an der Uniklinik geübt habe: Patienten ausforschen. In kleine Scheibchen schneiden. Nach irgendwelchen Ursachen suchen. Meine Idee (neu?):

Weshalb nicht die gleiche Energie gleich auf die Lösung des Problems lenken? Sich gleich mit einer möglichen Heilung beschäftigen? Und dafür die zeitraubende Ursachenforschung mal weglassen?

Nehmen wir Beispiel Epilepsie: Richtig beschrieben: „Nervenzellen des Gehirns werden überaktiv“. Kann man im EEG ja sehen. Blitzgewitter. Elektrisches Wirr-Warr. Also?

Wenn man grundsätzlich die Gehirnfrequenzen absenken könnte, das Gehirn elektrisch beruhigen könnte, kann es doch sein, dass das Blitzgewitter (aus welchen Gründen auch immer) nicht mehr „durchschlägt“. Der Anfall gar nicht mehr ausbricht.

Finde ich eine elegante Idee. Man weiß: Epilepsie ist Blitzgewitter im Gehirn. Man weiß zwar nicht warum, kann aber auch „unwissend“ Gehirnfrequenzen absenken, beruhigen. Sie wissen: Durch Meditation in den Alpha-Zustand versetzen.

Deshalb kann man Epilepsie eben höchst wirksam ohne Tabletten, ohne die Ursachen zu kennen mit ketogener Diät verringern, besänftigen, unterbrechen, bei Vielen auch „heilen“. Jedenfalls haben sie keine Anfälle mehr.

Wenn Sie jetzt wiss. Arbeiten lesen, in denen Ketose nur bei 47%, oder bei nur 62% wirken, versuche ich es mit gesundem Menschenverstand: die haben die Diät einfach nicht durchgehalten.

Klassisches Beispiel: Kinderklinik. Kinder auf ketogener Diät. Besuch der Mütter. Besorgte Mütter. Bringen den armen hungernden Kindern gleich einen Cheeseburger mit…

Sie verstehen mich.

FAZIT: Man muss nicht alles über eine Krankheit wissen. Man braucht sie sogar überhaupt nicht zu kennen. In der Molekularmedizin, die ja ausdrücklich keine gefährlichen Pillen mit Nebenwirkungen benutzt, darf man ja ruhig etwas probieren. Man kann auch ohne Messung (Messung wäre besser) intuitiv vorgehen.

Beispiel soeben: Ständige Entzündungen. Ständig Schmerzen. Haut im Gesicht gerötet. Schlimmer Allgemeinzustand. Keine Uniklinik findet etwas. Da nehm´ ich einfach eine Autoimmunkrankheit an (ohne es beweisen zu können) und behandel´ entsprechend. Sie wissen schon:

Die Erfolge sind jedes Mal verblüffend. Manchmal kommt man sich wirklich vor wie ein Guru. Widerspricht freilich völlig meiner Ausbildung. Naturwissenschaft misst und handelt. Nix Guru.

Die Intuition, oft genug dahinter, ergibt sich automatisch nach 48 Berufsjahren. Gilt genauso für Ihren Beruf.

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