Angst

Artikel .1036 vom 14.10.2019

haben 9% der Männer und 19% der Frauen in Deutschland. Angst vor der Dunkelheit. Versagensangst. Angst in großen Menschenmengen. Angst vor Spinnen. Flugangst. Und Angst vor allem: Generalisierte Angststörung.

Etwas Grauenhaftes. Ich hab's in der eigenen Familie erlebt: Nächtliche Panikattacken, erkennbar an (Zitat):

„Herzrasen, schneller Atmung bis zur Hyperventilation, Schwitzen, Zittern, weiche Knie, ein trockener Mund, Kloßgefühl im Hals, Schwindelgefühl, Übelkeit. All das, weil der Körper alarmiert wird und Adrenalin aus-schüttet“.

Besonders das Schwindelgefühl ist etwas Grauenvolles. Auch für den Arzt, der ja mitleidet.

Abhilfe? Lesen wir in einem ach so typischen medizinischen Ratgeberbericht in der BamS. Typisch:

„Man soll frühzeitig professionelle Hilfe suchen“. Tja: Da können meine Patienten nur sehr verbittert lachen: Nach 10, 15, 20 Ärzten.

„Der Experte muss dem Patienten klar machen, dass Angstsymptome nicht lebensgefährlich sind“. Ach du meine Güte: Das erklären Sie einmal einem Menschen, der soeben hyperventiliert und glaubt er stirbt. So mit den Worten „Junge, alles nicht so schlimm“.

„Bewährt haben sich bestimmte Antidepressiva“, so Prof. Schneider von der Uni Aachen. Genau. Da sind wir am Punkt. Der Mensch leidet, die Chemie hilft. Hatte nicht gerade der SPIEGEL sehr offen und sehr deutlich über die Kaumhilfe durch Antidepressiva, über gefälschte Studien, über massive Nebenwirkungen geschrieben?

Na gut: Kritisieren ist leicht, helfen ist schwer. Wie in der Politik. Dabei weiß die Medizin. Der niedergelassene Arzt vielleicht nicht, aber die medizinische
Wissenschaft. Zunehmend mein Lieblingsthema. Wir wissen tatsächlich.

Und können messen. Bei meinen Angstpatienten erstelle ich das Amino-gramm. Also die Messung der essentiellen Aminosäuren. Wissend, dass die Wissenschaft (nicht unbedingt der Arzt) den Zusammenhang zwischen Serotoninmangel und Angst längst erforscht hat. Wissend, dass Serotonin in Form von Tryptophan gegessen werden kann.

Also gebe ich Tryptophan. Bis zu 10 g täglich (muss man austesten, beginnend bei 1g). 1,2,3 Wochen. Je nach vorher gemessenem Mangel.
Also nicht einfach blind. Und wissen Sie was?

Die Angst verschwindet. Wenn ich das nicht jedes mal selbst miterleben würde, würde ich darüber nicht berichten.

Tryptophan. Bis zu 10 g. Sie haben sich nicht verlesen. Wissen Sie noch? Serotonin nenne ich in meinen Seminaren das Chefhormon. Weil es nicht nur glücklich macht (das weiß auch die Bunte) sondern weil es Abstand, Distanz, Überblick gibt. Und genau das ist der entscheidende Punkt.

Angst schwindet.

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