Tumor und Zucker

Artikel .1034 vom 30.09.2019

Sie kennen meine Methode: Steter Tropfen höhlt den Stein. In 47-jähriger ärztlicher Tätigkeit habe ich gelernt, in Ihr Unterbewusstsein zu schlüpfen, Sie zu motivieren. Durch Wiederholung. Und das Ganze möglichst unterhaltsam und spannend. Darf ich?

Dass die aggressiven Tumorzellen ca.30 mal mehr Zucker verbrauchen und deswegen angreifbar sind, ist nicht etwa – wie manche von Ihnen immer noch glauben – eine Vermutung, eine Theorie, sondern wird täglich in Röntgenpraxen bewiesen. Dort spritzt man Ihnen nämlich radioaktiv markierten Zucker und legt Sie dann in die Röhre. Nennt man PET. Positronen-Emissions-Tomographie. Der Zucker wird von den aggressiven Krebszellen gierig aufgefressen. Weil er nun radioaktiv markiert war, strahlen Sie genau an den Stellen, wo der Tumor sitzt.

Und das misst dieses Gerät. Und druckt Ihnen ein Bild vom ganzen Körper aus, mit strahlenden Punkten genau da wo ... Inzwischen über 1 Million mal bewiesen worden. Eine Million mal!

Wir sind uns also ganz sicher: Tumorzellen fressen 30 mal mehr Zucker.
Ein besonders eleganter Beweis findet sich in Cancer Res 1995; 55: 1373. Da hat man nämlich Blut abgenommen genau hinter dem Krebs. Bei 17 Patienten mit Dickdarmkarzinom. Direkt aus der Vene, die aus dem Tumor kommt. Und misst:

Direkt hinter dem Tumor fehlt 31 mal mehr Zucker, verglichen mit übrigem Blut. Und findet sich 43 mal mehr Laktat (Milchsäure) als im übrigen Blut.

Krebs rafft also Zucker und produziert (leider) massiv Milchsäure.

Weshalb ich Ihnen das immer wieder wiederholen werde? Weil dies der erste vernünftige, Nebenwirkungsfreie, praktische Zugang zur Krebserkrankung ist. An der wir bisher, wenn wir ehrlich sind, gescheitert sind.

Für Sie bleibt: Krebszellen kann man vielleicht nicht gänzlich aushungern. (Stichwort: Rest-Zucker), aber sicherlich schwächen, anfällig machen. Anfällig gegenüber weiteren Maßnahmen wie Vit C-Infusion, Chemotherapie etc.

Zum Nachdenken: Weshalb, glauben Sie, haben alle Kulturen einmal im Jahr gefastet? Zur Gaudi?

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