EPO nicht nur im Sport.

Artikel .1028 vom 19.08.2019

Epo ist in aller Munde. Besser gesagt: Im Blut. Ein, wie wir in den letzten Jahren gelernt haben, beliebtes Hausmittelchen zur Steigerung der Leistung und des Einkommens von Profisportlern.

Den ernsten Hintergrund erfahren Sie in den Fachzeitschriften (Stern, Süddeutsche, Spiegel...) eher selten. Den Einsatz von EPO nämlich bei Krebspatienten. Die ja ‐ auch durch Chemotherapie ‐ an zunehmender Blutarmut leiden. Wirklich leiden.

Und deren rotes Blut genau wie beim Profisportler durch die Gabe dieses natürlichen Hormones, durch EPO verbessert werden kann. Vermehrt wird. Klang ja alles logisch und richtig, bis ...

Eine Studie der Uni Freiburg veröffentlicht wurde. In der gezeigt wurde, dass Krebspatienten, die EPO bekamen, vermehrt starben. Das hatte man eigentlich nicht beabsichtigt.

Weshalb ich darüber schreibe? Weil es hier einen klassischen Satz gibt. Geprägt von Prof. M.
Henke von der Uni Freiburg. Der Klassiker lautet:

"Es ist beunruhigend, dass EPO 15 Jahre bei der Krebstherapie angewendet wurde, bevor wir dies erkennen konnten".

"Dies" bedeutet die tödliche Nebenwirkung.

Solche Sätze treffen mich wie ein Hammerschlag. Bringen meinen Hormonhaushalt für Tage in Unordnung. Verstehen Sie den Satz? Verstehen Sie ihn wirklich?

Als Patient ist man den Fachleuten ausgeliefert. Ganz besonders als Krebspatient. Es bleibt uns nichts anderes, als denen zu vertrauen. Und die entdecken dann 15 Jahre später, dass die EPO‐Behandlung offenbar doch nicht harmlos war. Den Opa vielleicht umgebracht hat.

Klassisch nenne ich diesen Satz deshalb, weil ich den dringenden, leider begründeten Verdacht habe, dass Sie für "Krebs‐Therapie" auch andere Worte einsetzen könnten. Wie zum Beispiel Herzinfarkt‐Therapie. Oder Blutdruck‐Therapie. Oder Cholesterin‐Senkungs‐Therapie (Lipobay!). Oder Rheuma‐Therapie (vioxx!). Oder Blutverdünnung (Aspirin!).

Die Pharma‐Medizin, die Drohmedizin, hat sich längst selbst widerlegt. Ist ein Monstrum, ein Dinosaurier. Ist längst eine Karikatur geworden des ursprünglichen ärztlichen Heilungs‐Gedanken...

Der heißt nämlich: Primum nil nocere. Zu allererst nicht schaden.

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