Antibiotika töten Tumor-Stammzellen!?

Artikel #930 vom 11.12.2017

Jetzt kommt was Schönes. Was Neues. Elegant verpackt in einer wissenschaftlichen Arbeit. Um Ihnen diese wunderhübsche Entdeckung – für mich die wichtigste seit 20 Jahren – so richtig und mundgerecht zu präsentieren, bedarf es zweier Vorbemerkungen:

Das waren die Vorbemerkungen. Kommen wir jetzt zur realen Forschung. Wir haben für all die verschiedenen Krebse inzwischen „genetische Landschaften“ entwickelt. Haben Hunderte von genetischen Unterschieden gefunden. Und suchen verzweifelt nach der einen „entscheidenden Mutation“ in dem unübersichtlichen Ozean der genetischen Veränderungen.
Wir suchen also etwas gemeinsames, etwas das alle Krebsarten verbindet, einen Punkt, an dem wir ansetzen könnten, um Krebs zu besiegen.

Erst kürzlich, 2015, wurde in Science gezeigt, dass zweidrittel aller Krebse beschrieben werden können durch die Anzahl der Teilungen ihrer Stammzellen. Also eine schlichte Zahl. Das passt zu unserer Vorstellung, dass Altern nichts anderes ist als genetische Mutationen der Gewebs-Stammzellen (gutartig), aus denen sich dann – manchmal, unglücklicherweise – Krebsstammzellen entwickeln können.

Heißt übersetzt: Typische Antibiotika (die werden aufgezählt) töten Tumorstammzellen. Unabhängig von der Tumorart. Jede Stammzelle. Weil die alle die gleiche Eigenschaft haben: Rasche Teilung, dazu nötig rasche Protein-Synthese in den Mitochondrien. Normale Zellen sind lange nicht so aktiv, daher unempfindlicher gegen diese Antibiotika-Wirkung.

Fazit: Noch einmal: Wir glauben, einen völlig neuen Zugang zur Krebsbekämpfung entdeckt zu haben. Wörtlich „wir schlagen vor, Krebs wie eine Infektions-Krankheit zu behandeln“.

Und das scheint tatsächlich zu klappen. Lesen Sie mehr in der morgigen News.

Quelle: Oncotarget, Vol 6, No 7, S 4569, 2015

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