Zuckerfrei – ein Weg aus der Hoffnungslosigkeit

Artikel #901 vom 24.07.2017

Mehr als die Hälfte der 460 000 in diesem Jahr an Krebs erkrankenden Deutschen haben kaum eine Chance. Chemotherapie verlängert ihr Rest-Leben nicht. Macht es im Gegenteil kaum erträglich, nimmt die Lebensqualität. Zuletzt bewiesen 2004 von Hölzel (News vom 20.06.2017).

Bis eben 2005 Dr. Coy kam. Und man sich weltweit (kleine Ausnahme Deutschland???) mit der Tatsache beschäftigte, dass Zucker den aggressiven Krebs fördert. Und wenn man den Satz umdreht? Dann entdeckt man zum großen Erstaunen der Wissenschaftler dieser Welt, dass Chemotherapie ein völlig neues Gesicht bekommt. Im zuckerfreien Körper wird sie plötzlich wirkungsvoll, wirkungsmächtig. Heißt, sie tut das, was man von ihr eigentlich erwartet: zerstört Krebszellen, lässt die gesunden Zellen in Frieden. Jedenfalls einigermaßen.

Hervorgetan hat sich hier, wie Sie wissen, Longo, auch Lee. In der neuesten großen Übersicht 2012 (Sci Transl Med. 2012 March 7; 4(124): 124ra27) fassen sie alles zusammen, was wir heute wissen. Interessant übrigens: Mitgewirkt hat nicht nur Longo von der Uni Kalifornien, sondern auch die Uni Genf, die Uni Essen (!) und das NIH in Baltimore. Kennen Sie auch. Die größte wissenschaftliche Forschungseinrichtung dieser Welt.

Man kann den heutigen Wissensstand in wenigen Sätzen zusammenfassen. Lassen Sie mich es versuchen:

  1. Kurzfristiges Fasten schützt normale Zellen (in Kulturen), schützt Mäuse und wahrscheinlich Menschen vor den unerwünschten Nebenwirkungen der Chemotherapie.
  2. Wiederholtes Fasten war genauso effektiv wie Chemotherapie, wenn es darum geht, Tumorwachstum zu verlangsamen.
  3. Wiederholtes Fasten verstärkt die Wirkung von Chemotherapie bei Melanom, Gliom und Brustkrebszellen.
  4. Im Mäusemodell mit Neuroblastom bewirkte Fasten plus Chemotherapie – aber nicht jede Methode einzeln – lang anhaltende Krebsfreiheit.
  5. Bei Brustkrebszellen resultierte kurzfristiges Fasten in der Störung der DNA und damit Selbstzerstörung der Krebszelle.

Die vier Universitäten fassen zusammen: Fasten stresst den Krebs und kann wahrscheinlich Chemotherapie ersetzen oder zumindest verstärken.

Da sollten die Augen jedes Arztes glänzen. Und jeder (Krebs-)Patient, also 460 000 unserer Mitmenschen in diesem Jahr, und im nächsten Jahr, und im folgenden Jahr…aufatmen. Die zitierten Sätze sind doch einfach sensationell.

Lassen Sie mich anmerken, wie hier Fasten definiert wurde: Durch Messung eines möglichst tiefen Nüchtern-Blutzucker. Das war’s schon. Es geht also nicht um Fasten, es geht um zuckerfrei. Um auf den Punkt zu kommen:

No Carb

Wann, oh wann, wird auch die deutsche Bevölkerung diesen ganz offensichtlich vor Krebs schützenden Normalzustand als gesund und richtig akzeptieren? Antwort kennen Sie: Nie.

PS: Longo sollten Sie kennen

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