Nur ein Reizdarm

Artikel #860 vom 17.04.2017

Der Reizdarm, das Colon irritabile, war wohl die häufigste Diagnose in meiner Zeit an der medizinischen Universitätsklinik Erlangen. Viele von Ihnen leiden daran. Wie man zu solch einer Diagnose kommt? Einfach:

Also hat man Ihnen – höflich – gesagt: Ihr Darm spinnt. Und hat versucht ihn zu beruhigen. Hat meines Wissens in tausenden von Fällen nie geklappt. Aber nun ja… das ist Schulmedizin.

Lassen wir doch einmal eine Patientin zu Wort kommen, nur um das Problem – und dann die Lösung! – einzukreisen:

Im Lauf der Jahre nahmen Intensität und Dauer der schmerzhaften Schübe stetig zu bis hin zu Dauerbauchschmerz über mehrere Wochen.

Das also war „nur ein Reizdarm“, wie an der Universitätsklinik formuliert. Das „nur“ sollte man kurz bedenken. Und was wurde in diesem Fall getan?

Medikamente Schmerztherapie Präparate/Infusionen
Pantoprazol, Omeprazol
Iberogast/Gastrovegetalin
Pangrol 25000
Duspatal 135 mg
Abdomilon
Ardeycholan/Ardeyhapan
Gallen und Lebertherapeutika)
Legalon
Dekistrol 20000 I.E.
Lefax
Carmenthin (Pfefferminz- und Kümmelöl)
Myrrhinil-Intest
Kamille/Myrrhe/Kaffee-Kohle)
Buscopan plus (Zäpfchen Tabletten), Naproxen
Novalgin (Novaminsulfon-Tropfen), tlw. kombiniert
mit Tramadol-Tropfen
MCP-Tropfen (vom Markt)
Paveriwern-Tropfen (WS: Schlafmohn)
Opipramol
Amitriptylin-neuraxpharm
Prednisolon 50/25mg
Procain-Basen-Infusion
Plexus coelias GI D 15
Chamomilla Cupro culta
Dectum D 3 (Tropfen)
Spascupreel
Digestodoron
sehr komplexe hömöopathische Mittel 
Eigenblutbehandlung

Geholfen hat leider nichts. Die Patientin wurde selbstverständlich immer mehr zur Medizinerin. Hat sich genau beobachtet:

Was Sie hier lesen, findet sich häufig, sehr häufig in Deutschland. Abhilfe? Keine. Natürlich nicht. Anzubieten hätte ich zwei Gedanken:

Spannend! Wenn wir in diesem Fall helfen könnten…!

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