Wer eigentlich

Artikel #846 vom 30.01.2017

ist denn beratungsresistent in der deutschen Medizin? Patient oder Arzt? Eine Frage mit tödlicher Konsequenz.

Täglich spreche ich und andere Ärzte in jeder Praxis Deutschlands mit herzinfarktgefährdeten Patienten. Patienten mit erhöhtem Cholesterin. Dürfte auch bei
vielen von Ihnen der Fall sein. Patienten, die daraufhin automatisch und mit großer Selbstverständlichkeit Cholesterin‐senkende Tabletten schlucken.

Die Bedeutung dieses Problemes wird klar, wenn wir uns vergegenwärtigen, dass die Hälfte der Deutschen, also 40 Millionen an ihren Blutgefäßen sterben werden. Und trotz aller Vielen von Ihnen bekannten kritischen Gegen‐Literatur über die Bedeutung des Cholesterines ist es ein Fakt, dass die Ablagerungen in den Blutgefäßen der Deutschen tatsächlich Cholesterin ist.

Präziser: LDL‐Cholesterin und Lipoprotein a. Nichts sonst.

Und genauso Fakt ist die Tatsache, dass Sie mit Tabletten den messbaren Cholesterinspiegel in Ihrem Blut senken können. Was Ihnen jedoch praktisch nie dazu erklärt wird ist, dass das Risiko einer Erkrankung und des Todes mit dieser Tablette praktisch nicht beeinflusst wird.

Praktisch nicht beeinflusst.

Hier gilt immer noch das zusammenfassende Zitat von Professor Brett aus der Harvard Medical School:

„Für die meisten Menschen, die mit Cholesterinsenkenden Mitteln behandelt wurden, war die medikamentöse Therapie nicht von Vorteil. Die Behandlung erhöht die Chancen, dass kein Infarktgeschehen eintritt, von 96 auf etwas mehr als 97% im Verlauf von 5 Jahren.“

Und das gilt grob tatsächlich für praktisch jede Tablette. Besonders auch die Statine. Sie hatten in diesen News zu diesem Thema bereits gelesen: Die häufigst genommene Tablette senkt Ihr Risiko um nur 1,7%. Senkt allerdings und verführerisch Ihr messbares Cholesterin.
Tja.

Nach meiner Lebensphilosophie darf ein Arzt nie eine böse Nachricht wie die oben stehende von sich geben ohne den Ausweg aufzuzeigen. Der Ausweg stammt von Professor A. Leaf, ebenfalls Harvard Medical School:

„In Gesellschaften, deren Mitglieder einen durchschnittlichen Cholesterinspiegel von 150 oder weniger haben, ohne die Hilfe von Medikamenten, ist die koronare Herzerkrankung als öffentliches Gesundheitsproblem in aller Regel unbekannt.“

Und wie man seinen Cholesterinspiegel unter 150 mg% senkt, muss ich Ihnen nicht erneut verraten. Es gibt hier tatsächlich nur eine, eine einzige gangbare lebenslange Methode:

Laufen. Tägliches Laufen. So ist der Mensch nun einmal von Natur konstruiert worden.

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