Hölzel 2004

Artikel #981 vom 22.10.2018

Ist ein fester Begriff geworden in meiner Praxis. Ein Schlagwort. Gemeint ist eine Publikation von Prof. Hölzel, München, im Jahre 2004. Glänzend zusammengefasst und erläutert ausgerechnet im SPIEGEL (41/2004, S. 160), aber eben aus der Feder von Jörg Blech. Sollten Sie kennen. Sollten Sie sehr gut kennen. In seiner unaufgeregten, gründlichen Art erklärt er uns, was Hölzel zeigen konnte. Schön ausgedrückt im Titel dieses Artikels:

GIFTKUR OHNE NUTZEN

Gemeint ist die Chemotherapie. Hier hat sich endlich mal jemand hingesetzt, und hat längst vorhandene Daten von Tausenden Patienten ausgewertet. Hat Licht gebracht in die so diametralen Meinungen von aktiven Ärzten, von Onkologen. Drei darf ich zitieren:

„Die Chemotherapie hat sich in den vergangen 20 Jahren deutlich verbessert, so der niedergelassene Onkologe Friedrich Hoverkamp, 47. Es lassen sich „beträchtliche Lebensverlängerungen“ erreichen.“

Ein positiv denkender Mensch. Sehr zu begrüßen. Nun ja: die von ihm verabreichte Chemotherapie bekommt natürlich der Andere, nicht er selbst. Das Prinzip kennen wir aus der Politik. Aber weiter:

„Gerhard Schaller, 52, Gynäkologe an der Uni Bonn konstatiert: Für das Überleben von Frauen mit fortgeschrittenem Brustkrebs hat die Chemotherapie bisher praktisch nichts gebracht – viel Lärm um nichts.“

Das klingt ganz anders. Dabei ist Brustkrebs doch wohl der häufigste, der praktisch am wichtigste Krebs. Oder

„Wolfram Jäger, 49, Leiter der Gynäkologie der städtischen Kliniken Düsseldorf: Es gab und gibt keine Erfolge. Da werden riesige Mengen von Frauen behandelt, ohne dass ein Nutzen tatsächlich bewiesen wäre. Wenn Sie das den Patientinnen sagen, die verzweifeln ja total.“

Oh! Hier steht´s! Haben Sie den letzten Satz verstanden? Verstanden, weshalb auch diese Onkologen sehr wohl Chemotherapie verabreichen? Weil, ich zitiere

„... die Ärzte ihren Patienten nicht eingestehen wollen, dass sie dem Krebs gänzlich wehrlos gegenüberstehen... aus diesem Grund ist die Giftkur zu einem Dogma der Medizin geworden.“

Klingt schon ganz anders. Ich glaube, der Mann hat Recht. Ein anderer Kölner Chefarzt sagte einmal: „Die Patienten erwarten das von uns“. Gemeint war die Chemotherapie. Denn um die Arbeit von Hölzel, 2004 in wenigen Worten zusammenzufassen

Mehr als die Hälfte aller neu auftretenden Krebse (von 465.000 jedes Jahr) sind metastasierende Karzinome in Darm, Brust, Lunge und Prostata.

Für diese Karzinome hat es in den vergangenen 25 Jahren keinerlei Fortschritt gegeben.
Oder genauer: Die Lebenserwartung hat sich praktisch nicht verändert.

Dazu noch zwei Zitate, so bemerkenswert herausgearbeitet von Jörg Blech:

1985 erklärte der ehemals Direktor der Gynäkologie der Uni Hamburg – Eppendorf auf einem internationalen Kongress: „Es sollte uns nachdenklich stimmen, wenn eine zunehmende Zahl von Ärztinnen und Ärzten sagen: „An mir würde ich eine solche Therapie nicht vornehmen lassen“

Höre ich immer wieder von Kollegen. Könnten natürlich Einzelfälle sein. Könnten. Zehn Jahre später der Epidemiologe Ulrich Abel von der Uni Heidelberg

„Nach Sichtung mehrerer Tausend Studien zur Chemotherapie stellt er fest, dass „bei den meisten Organkrebsen keinerlei Belege dafür existieren, dass die Chemotherapie die Lebenserwartung verlängert oder die Lebensqualität verbessert.“

Klare Worte. Haben wir jetzt alle verstanden. Aber große Vorsicht. Vorsicht, Vorsicht!

hält, was sie verspricht.

Ein völlig neuer Ansatz. Eingeleitet durch Professor Longo. Kennen Sie.

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