Nicht nur Kinderwunsch

Artikel #963 vom 02.07.2018

Manche von Ihnen stellen mir ja sehr präzise Aufgaben. In diesem Fall war es „Kinderwunsch“ und „Neurodermitis“. Ach Kinder! Weil ich weiß, dass es eben nicht 30.000 verschiedene Krankheiten, sondern nur eine gibt, rattert da in mir so eine ganze Liste los.

Beispiel: Sei geplagt von Migräne. Nicht erzählt sie mir – braucht sie auch nicht – von Rückenschmerzen, Schwindel, Depression, PMS, eiskalten Händen, Blähungen.
Wissen Sie: Einzel-Symptome gibt es nicht: Migräne. Es gibt immer nur ganze Komplexe: „DIE Krankheit“. Beschäftigt man sich umfassend mit Migräne, heilt man den ganzen Menschen.
Eine hohe Kunst. Sie verstehen langsam. Aber zurück:

Also Kinderwunsch und Neurodermitis. Habe ich mir gedacht: Kann ich. Wird klappen. Kein Problem. Und habe so ähnlich mit der Patientin (und Schwester) gesprochen. Hat, wie ich heute weiß, deren Denken schlagartig verändert. Ins Positive.

Für dieses „kann ich“ habe ich 47 Jahre gebraucht. Für diese in der Medizin höchst unüblichen Glaubenssätze meinerseits bin ich außerordentlich dankbar. Diese meine feste innere Überzeugung ist ein wesentlicher Teil Ihrer Heilung. Das verstehen Sie auch.

Jedenfalls erreicht mich 3 Monate später eine Mail. Und da lernen wir dann indirekt (und ungewollt), dass außer den zwei Krankheiten natürlich noch vieles im Argen lag. Das jetzt plötzlich verschwunden war. Aber lesen Sie doch genauso erstaunt wie ich mit:

Das war die Vorgeschichte. Das Vorgeplänkel. Das Glück der jungen Dame. Das nur so aus ihr herausgesprudelt ist. Kein Mensch, keiner von Ihnen, auch ich noch vor wenigen Jahren hätte solch eine Veränderung eines menschlichen Lebens für möglich gehalten. Innerhalb von 3 Monaten? Unmöglich, wenn man nicht gerade Zugang zu Kokain hat. Wie gesagt Vorgeplänkel. Denn jetzt kommt’s:

Denken wir kurz nach. Fassen wir das obige noch einmal zusammen: Die Dame beschreibt positive Veränderungen, die man kaum glauben kann. Heißt anders herum: Wie sah das Leben eigentlich vorher aus? Höflich und rücksichtsvoll, wie sie nun einmal ist, hat sie mir das eingangs gar nicht so genau erklärt. Nur: Solch einen früheren Körper nenne ich krank. Keine Energie? Kopfschmerzen? Zyklusbeschwerden? Neurodermitis? Und denk mir dann immer: Somatische Intelligenz. Solch ein Körper will gar kein Kind bekommen. Was wundern wir uns eigentlich?

Kinderkriegen ist doch das simpelste, normalste, einfachste von der Welt. Die zentrale Aufgabe der Evolution, die Fortpflanzung. Die muss doch klappen, unabhängig von praktisch allen äußeren Einflüssen, oder? Sonst gäbe es uns doch gar nicht mehr.

Und da gibt es doch tatsächlich in Deutschland Menschen mit nicht erfüllten Kinderwunsch. Und denen erzählt man etwas von Hormonspiegeln und Eisprüngen.

Lesen Sie den ganzen Brief noch einmal und beantworten Sie dann für sich die Frage: Was ist der Grund für unerfüllten Kinderwunsch?

Schon mal ein Reh in einem Kinderwunschzentrum gesehen? Hilfe suchend? Auch nicht? Warum nicht?

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