Wegen Körperverletzung vor Gericht

Herrlich. Da strahle ich. Darauf habe ich Jahr um Jahr gewartet. Auf den Moment, dass ein Kollege, in diesem Fall eine Kollegin, eine Frau Dr. med. klar und deutlich Stellung nimmt.

Nicht ich selbst. Sie wissen weshalb: Der Strunz ist komisch. Der rennt sogar in Hawaii immer im Kreis rum. Sinnlos. Und dann hat er nur 4 % Körperfett. Geht sicher auf den Geist. Das müssen ja Mangelzustände sein. Und dann hält der Vorträge vor einem Auditorium mit 12 000 Menschen (Köln Arena). Unseriös. Soll heißen: Dem muss es gut gehen und ich bin extrem neidisch…

Also musste einer von meinen Kollegen die Wahrheit sagen. Die meint nämlich:

"Eigentlich sollte man solche Ernährungsberater wegen Körperverletzung vor Gericht stellen. Und den Diabetologen gleich mit."

Mit Diabetologe ist ein Facharzt für Innere Krankheiten gemeint, der sogar eine Spezialausbildung durch gemacht hat. Also ein besonderer Experte. Vor Gericht. Ab ins Gefängnis. Meint die Frau Dr. Weshalb? Ja, weil sie die Wahrheit oder das Leid ja selbst erlebt. In ihrer eigenen Praxis. Darf ich?

Einer ihrer Patienten, Diabetes Typ I, schlank, sportlich, muss mehrmals am Tag Insulin spritzen. Trotzdem erhöhter Blutzucker.

"Nach Umstellung auf No Carb: HbA1c 5,5 % (Also völlig normal, gesund). Kaum noch Insulin.

Bei der jährlichen Ernährungsberatung (Leitlinien! DGE!) hörte er wieder: 50% Kohlenhydrate!!!

Auf seine Nachfrage, wieso ausgerechnet er als Diabetiker, der keine Kohlenhydrate verstoffwechseln kann, Kohlenhydrate zu sich nehmen sollte, bekam er sinngemäß zu hören:

Das ist halt so.

Er fand das wenig überzeugend und bleibt bei No Carb."

Und dann kam der oben zitierte Satz, diese Herrschaften doch bitte vor Gericht zu stellen.

Was die von mir bewunderte Frau Kollegin nicht weiß: Wissen Sie, wer das soeben liest? Das lesen Zigtausende Menschen. Ziemlich viel, wie ich glaube. Freut mich natürlich riesig. Und nachdem ich mich bemühe, anständig, ehrlich, seriös und wissenschaftlich zu schreiben (auch wenn der Ton manchmal zu wünschen übrig lässt, ich weiß), weiß ich, dass die Menschen solche Nachrichten auch ernst nehmen. Alle Zigtausende.

PS: Natürlich habe ich längst über die Möglichkeit der Klage nachgedacht. Wissen Sie, was passiert? Der arme Richter holt sich einen Gutachter, einen Sachverständigen. Was bleibt ihm übrig. Seinen eigenen gesunden Menschenverstand einschalten? Iiih, bewahre! Und der arme Gutachter holt selbstverständlich die Leitlinien der DGE, der deutschen Diabetesgesellschaft hervor. Und was steht da: 50 % Kohlenhydrate. Klage abgelehnt.

Das wäre das Gleiche, wie wenn Sie Frau Dr. Merkel verklagen würden. Erste Amtshandlung nach der Wahl: Gesetz gebrochen. Die 7 Milliarden Rentenüberschuss wurden nicht – wie das Gesetz es befiehlt – verteilt, sondern vereinnahmt. Weiter verwurschtelt. Glauben Sie, Sie finden da einen Richter…?

Schlussfolgerung: Selbstverantwortung. Nehmen Sie Ihr Leben selbst in die Hand. Denken Sie an das Lebensglück dieses jungen Diabetikers. Wie der sich mit fast keiner Spritzerei mehr fühlen muss…