Gast News von Ulrich Strunz jun.
Sie erinnern sich an die vergangene News (siehe Gast News "Ursache und Wirkung").
Sie erinnern sich auch an die Heilige Dreifaltigkeit der Wissenschaften. Es gibt normative, deskriptive und präskriptive Modelle (siehe Gast News "Ich habe keine Zeit Bücher zu lesen").
Laut eines Modells, von Prof. Roger Penrose, gab es auch schon vor dem Urknall Kausalität.
Vielleicht kennen Sie Richard Feynman. Der meinte einmal, ungefähr (und nicht ganz einfach zu verstehen):
"Um die Weltformel zu finden, müsste man ein Modell kreieren, welches alle wissenschaftlichen Erkenntnisse vorhersagt. Nur in einer Sache müsste dieses Modell abweichen – und diese eine Sache müsste man in der Natur vorfinden."
In dem Satz ist der Unterschied zwischen nüchterner Wissenschaft und lebendiger Natur enthalten. Natur, Geist, das Unterbewusste ist…MEHR. Hat jeder Läufer längst…erfahren.
Kausalität kann man nicht immer so einfach feststellen. Wenn zwischen Ursache und Wirkung lange Raum- oder Zeitabstände existieren, dann ist es mit unseren primitiven, menschlichen Mitteln sogar unmöglich. Sie erinnern sich an deterministisches Chaos (siehe Gast News "Tun – nicht nur Denken").
Kausalität kann man als eine Halskette mit Perlen übersetzen. Die Perlen sind Ereignisse. Die Perlen können ihre Position auf der Schnur nicht tauschen. Es gibt also immer eine "Reihenfolge".
In der "Esoterik" oder Domänen, die sich mit Meditation beschäftigen, wird gerne über Quantenphysik gesprochen. Übrigens auch in der Ökonomie, der Entscheidungstheorie. Hier ist eine Größe Prof. Jerome Busemeyer. Er nimmt Modelle der Quantenphysik, und übersetzt sie wie folgt:
Die Reihenfolge von Information entscheidet alles.
Jetzt wird’s spannend: In welcher Reihenfolge von Ereignissen unser eigenes Leben aufgebaut ist, weiß nicht einmal unser eigenes Gehirn. Welches im "wachen Zustand" gerne Ereignisse durcheinander bringt oder Vorhersehbarkeiten überschätzt.
Im "schlafenden Zustand" dagegen passiert das dem Gehirn nicht. Hier kann man sich auf seine eigene Perlenkette besinnen, wenn man sein Gehirn nur genug trainiert hat. Man macht keine Fehler. Nur, wer beobachtet denn jetzt die unendlich lange Perlenkette?
Das sind Sie. Der Adler. Das Ding welches fliegt, und auch keine "Reihenfolge" braucht (siehe Gast News "Ursache und Wirkung"). Unabhängig von Kausalität existiert.
Natürlich sind das eigentlich WIR. Selbstredend sind WIR alle aus dem gleichen Stoff. Dieser Zustand ist laut PNAS die "Ego-Dissolution". Können Sie erfahren, in tiefer Trance. Ken Wilber nannte das "Onetaste". Manch‘ einer nennt es "Einzustand". Oder "Aufgehen im Ganzen" (News_vom_05.10.2014)
Jetzt könnte man während dieses "Traum-Zustandes" – unerhört – noch eine Frage stellen:
"Was war vor dem Fliegen? In was fliegen WIR denn?".
Dann kann es passieren, dass sich für einen kurzen Augenblick etwas bemerkbar macht.
Etwas gleichermaßen Furchteinflößendes, Wunderschönes und daher Demut-Schaffendes.
Wir brauchen sie also nicht, die Quantenphysik. Die Modelle. Wir können die Weltformel ERFAHREN. In uns.
PS: Kennen Sie "Auf der Suche nach dem Wunderbaren" von Ouspenky (News_vom_16.08.2013)?
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