Ist es wirklich so schlimm?

Kennen Sie sicherlich. Zukunftsphantasien, allerdings keine positiven, sondern fürchterliche. Ihre Firma ist zahlungsunfähig oder Ihnen wurden gekündigt. Sie können Ihre Miete oder Ihren Kredit nicht weiterzahlen. Ihre Ehe geht in die Brüche oder Ihre Kindergeraten auf Abwege. Ihre Gedanken aalen sich regelrecht in diesen düsteren Aussichten.

Positives Denken soll helfen. Okay, Sie denken positiv, stellen sich Millionen-Einkünfte, Eigentumswohnungen und Familienglück vor. Was passiert? Nach kurzer Zeit denken Sie wieder über das Gegenteil nach, über Verluste, über das Schlimme.

Positives Denken kann in die Irre führen, wenn die grundlegenden Angstgedanken bestehen bleiben.

Sie wollen die Angst nicht haben, deshalb denken Sie verkrampft ans Gegenteil, ans Gute. Es wird Ihre Angstgedanken nicht ausradieren, denn meistens ist der Unterschied zwischen Angstgedanken und auferlegten positiven Denken zu groß.

Gehen Sie lieber wie folgt vor: Konzentrieren Sie sich auf den Moment.

Wie groß sind Ihre finanziellen Schwierigkeiten in diesem Moment? Wie schwerwiegend sind Ihre Streitigkeiten? Wie geht es Ihren Kindern gerade? Oft fällt diese Analyse äußerst positiv aus. Sollte Ihre Analyse in einem Bereich trotzdem negativ sein, schauen Sie auf alle Lebensumstände. Wie ist Ihr Wohnumfeld? Welche Unterstützung können Sie von Freunden erwarten? Wie geht es Ihnen beruflich? Allerdings ist es mit der einmaligen Analyse nicht getan.

Gedanken haben die Gewohnheit sich ständig im Kreis zu drehen.

Tag ein Tag aus denken Sie das gleiche Zeug, tauchen die gleichen Zukunftsängste auf. Je häufiger Sie es schaffen, sich beim Auftauchen düsterer Zukunftsphantasien auf den gegenwärtigen Moment zu konzentrieren, umso stärker verändern Sie das repetitive Muster Ihrer Gedanken.

Irgendwann denken Sie aus Gewohnheit über den gegenwärtigen Moment nach und nicht mehr über düstere Zukunftsphantasien.

Dieser Prozess dauert Monate oder Jahre, so leicht verschwinden tief eingegrabene gedankliche Muster nicht. Das soll Sie aber nicht abschrecken, sondern beruhigen, wenn Sie nicht sofort eine Veränderung feststellen. Die Konzentration auf den gegenwärtigen Moment lohnt sich trotzdem. Jedes Mal, wenn Sie es schaffen, erleichtert das das nächste Mal. Probieren Sie es! Und geben Sie nicht auf, nie!