Rosazea ist eine chronische Entzündung der Gesichtshaut. Das ist die sichtbare Erkrankung. Sie sollte jedoch sehr ernst genommen werden, denn sie steht in Zusammenhang mit einem erhöhten Alzheimerrisiko.
Rosazea geht oft mit neurologischen Symptomen wie Missempfindungen der Haut, Migräne oder Depressionen einher. Daher liegt die Vermutung nahe, dass die Erkrankung langfristig Nervenzellen angreift, die zu Alzheimer führen können. Außerdem stellten Wissenschaftler eine weitere Parallele fest: Sowohl Patienten, die an Rosazea leiden, wie Alzheimerpatienten weisen eine gesteigerte Aktivität der zwei Proteine AMP und MMP auf. Aus diesen Gründen haben Wissenschaftler aus Dänemark nach einer Korrelation von Rosazea und Alzheimer in einer groß angelegten Gesundheitsstudie gesucht.
Das Ergebnis: Wer an Rosazea leidet, hat ein signifikant erhöhtes Risiko an Alzheimer zu erkranken.
Gesundheitsdaten von über 5 Millionen erwachsenen Dänen wurden für die Studie über einen Zeitraum von 16 Jahren ausgewertet. 82.439 Personen litten an Rosazea. 99.040 Teilnehmer erkrankten im Studienzeitraum an Demenz, wovon 29.193 Demenzkranke mit der speziellen Form Alzheimer diagnostiziert wurden. Patienten, die an Rosazea litten und älter als 60 Jahre waren hatten ein signifikant höheres Risiko an Alzheimer zu erkranken.
Die Wissenschaftler halten die gesteigerte Aktivität der zwei Proteinverbindungen MMP und AMP für einen der Gründe, die zu Rosazea führen und das Alzheimerrisiko erhöhen.
Beta-Amyloid, das sich typischerweise in Gehirnen von Alzheimerpatienten ablagert und Nervenzellen schädigt, gehört zur Gruppe der gefährlichen AMPs. Erhöhte MMP-3 Werte werden in der Gehirnflüssigkeit von Alzheimerpatienten gemessen. Patienten mit Rosazea weisen erhöhte Werte im Blut auf, die sich langfristig auf das Gehirn auswirken können.
Die Wissenschaftler halten aber nicht nur die beiden Proteine MMP und AMP für das erhöhte Demenzrisiko für ausschlaggebend.
Sowohl bei Patienten mit Rosazea wie auch bei Alzheimerpatienten sind weitere entzündungsfördernde Stoffe aktiv.
Dazu zählen bestimmte Zellen des Immunsystems (T-Zellen) und Botenstoffe (Cytokine), insbesondere der Botenstoff Interleukin-17.
Rosazea ist somit mehr als ein Schönheitsproblem, sondern ein Warnhinweis auf chronische Entzündungsreaktionen. Lösen können Sie das Problem mit der altbekannten Formel: Ernährung – besonders No Carb und dem Füllen von Nährstofflücken, Bewegung und dem richtigen Denken.
Quelle: Egeberg A, Hansen PR, Gislason GH, Thyssen JP. Patients with rosacea have increased risk of dementia. Ann Neurol. 2016 Jun;79(6):921-8.
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