Wenn man sich einmal in eine Gedankenwelt verstrickt hat, ist es schwierig, über den Tellerrand hinauszugucken. Wenn man beispielsweise als Politiker groß geworden ist, heißt die Gedankenwelt "Geld ausgeben". Eine andere Gestaltungsmöglichkeit wird in der Regel nicht gesehen. Und man versteht gar nicht, dass einfache Menschen, dass die Bevölkerung ernsthaft Sparen vorschlägt…
So ähnlich ist’s in der Medizin. Zeigt uns soeben ein Interview mit dem Sprecher der deutschen Gesellschaft für Kardiologie, Prof. E. Fleck. Dem ein paar Journalisten eine peinliche Frage stellen:
Frage: Herr Fleck, Betablocker sollen Herzinfarkt und Schlaganfall vorbeugen. Zwei große Studien stellen nun den Schutzeffekt in Frage. Nehmen Millionen Patienten Ihre Tabletten umsonst?
Antwort: Nein, auf keinen Fall. Die Ergebnisse beziehen sich nur auf Patienten, die schon einen Herzinfarkt hatten. Bei ihnen wirkte sich die Einnahme von Betablockern nicht lebensverlängernd aus. Das hat uns wirklich überrascht. Es lohnt sich demnach, liebgewonnene Verfahren zu überprüfen.
Dieses "nur", das nehme ich ihm übel. "Nur" Patienten, die schon einen Infarkt hatten. Ja… ich dachte, auch um die ginge es? Aber zurück zum Thema: Offenbar gibt es "liebgewonnene Verfahren": Patient geht zum Arzt, und das liebgewonnene Verfahren heißt: "Bekommt Tabletten". Das war’s. Das ist’s immer. Das Gespräch geht ja noch weiter:
Frage: Können also Herzinfarktpatienten auf Pillen verzichten?
Antwort: So einfach ist die Antwort nicht … Wer nur einen leichten Infarkt erlitten hat, könnte die Einnahme überdenken. Aber sie schadet auch nicht.
Schadet auch nicht? Ich dachte, das gibt’s Beipackzettel? Voll mit Warnhinweisen?
"Liebgewonnen" auch die abschließende Bemerkung von Prof. Fleck, dass es Ziel auf alle Fälle sei, den Blutdruck zu senken. Klingt ja vernünftig. Nur meint er: Mit Tabletten! Die Wissenschaft weiß: Siehe News vom 30.08.2006 www.drstrunz.de
Ein ernstzunehmender erster Hinweis: Sie können mit Tabletten den Blutdruck sehr wohl senken. Aber eben das Risiko fast nicht. Wozu dann Tabletten? In falscher Sicherheit wiegen?
Würden Sie den Blutdruck ohne Tabletten senken, durch eine andere Lebensweise, also epigenetisch, würde auch das Risiko sinken. Ein völlig anderer Zugang. Nennt man Frohmedizin. Beweise finden Sie häufig genug in diesen News (www.drstrunz.de 03.09.2012, 15.07.2008,12.11.2012).
Quelle: Focus 47/2012, S.122