Da gibt es einen Traubenzucker-Hersteller, der damit wirbt, wie schnell der Zucker, der in diesen kleinen Täfelchen verkauft wird, ins Gehirn gelangt und dort die geistige Leistung erhöht. Vollkommen falsch, nicht Zucker erhöht kognitive Fähigkeiten sondern Fasten. Also nichts essen, gar nichts, für einen bestimmten Zeitraum.
Ob das dem Europäischen Gerichtshof auch bekannt war? Wahrscheinlich nicht, aber zumindest müssen die Richter gewusst haben, dass Zucker ungesund ist. Laut der EU-Kommission darf nämlich Traubenzucker nicht als gesundheitsfördernd beworben werden. Dagegen ging besagter Traubenzucker-Hersteller vor Gericht. Die Klage wurde abgewiesen. Gott sei Dank!
Zucker im Gehirn steigert das Risiko an Demenz zu erkranken. Typisch ist das Absterben von Gehirnzellen. Das Gegenteil passiert beim Fasten.
An Labormäusen wurde festgestellt, dass sich neue Gehirnzellen bildeten und verknüpften, wenn die Mäuse regelmäßig fasteten.
Besonders das Verknüpfen neuer Gehirnzellen wird beim Lernen und Behalten benötigt. Regelmäßiges Fasten macht also klug. Dabei reicht es schon, wenn Sie täglich für ca. 16 Stunden aufs Essen verzichten, beispielsweise zwischen 20:00 Uhr am Abend und 12:00 Uhr am folgenden Tag. Wenn Sie lieber morgens essen, können Sie auch aufs Abendessen verzichten.
Bei den fastenden Labormäusen wurde noch etwas weiteres festgestellt:
Ein Gen, dessen Aktivität für ein langes und gesundes Leben sorgt, war besonders aktiv.
Dieses Gen heißt Klotho. Mäuse mit einem sehr aktiven Klotho-Gen leben 20 bis 30 Prozent länger, als jene, bei denen das Gen nicht so oft abgelesen wird.
Klotho kommt auch bei Menschen vor. Das von dem Gen kodierte Protein ist an vielen wichtigen Abläufen im Körper beteiligt. Ist es aktiv, steigert es die Gesundheit und führt zu einem längeren Leben. Bei niedriger Klotho-Aktivität steigt hingegen das Risiko degenerativer Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson.
Quelle: Dias GP, Murphy T, Stangl D, et al. Intermittent fasting enhances long-term memory consolidation, adult hippocampal neurogenesis, and expression of longevity gene Klotho. Mol Psychiatry. 2021;10.1038/s41380-021-01102-4.
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