Günter Franzen bespricht in der FAS am 09.09.2012 das Pulitzer-Preis gekrönte, 700 Seiten starke Buch "Der König aller Krankheiten. Krebs..." . Günter Franzen darf das, weil seine Frau zu den 469 000 Deutschen jährlich gehörte, die an Krebs erkranken. Und weil er das qualvolle Sterben seiner Frau miterlebt hat. Qualen, von denen er "bis heute nicht weiß, ob sie aus der unaufhaltsamen Aggressivität des Tumors oder der vermeidbaren Aggressivität seiner Therapie erwachsen sind".
Er meint damit Chemotherapie. Er ahnt etwas. (Er kennt also nicht den schrecklichen Beweis im Spiegel 41/2004, S.160). Er ahnt nur.
Dabei bleibt es aber auch. Trost findet er in der Message dieses Buches, dass Krebs unvermeidlich sei. Dass er "ein unserem Genom eingepflanztes, bleiernes Gegengewicht zum allgemeinen Streben nach Unsterblichkeit darstellt". Auf gut Deutsch: Kann man nix machen.
Damit tröstet Franzen sich. Verständlich. Und nimmt es deshalb Fritz Pleitgen, dem langjährigen Vorsitzenden der ARD und gegenwärtigen Präsident der Deutschen Krebshilfe sehr, sehr übel, dass der – auch dem Krebs entronnen – für die Vorsorgeuntersuchung wirbt. Weil man sonst für "seine Nachlässigkeit nicht selten mit elendigem Sterben zahlen müsse". Meint Pleitgen.
Franzen interpretiert das typischerweise so, dass Pleitgen meine "dass die Toten zu zögerlich oder zu dumm waren, den Ausbruch der Krankheit zu verhindern". Wobei er, Franzen, doch genau wisse, dass Krebs unvermeidbar sei.
In diesem Ton die ganze Besprechung. Vorwürfe über Vorwürfe. Schwer erträglich. Weil Franzen einfach nicht weiß. Er weiß nicht, dass Krebs überflüssig ist. Dass Pleitgen völlig recht hat.
Franzen weiß nicht, dass es ganze Völker auf dieser Erde gibt, die Krebs nicht kennen. Weil sie sich anders verhalten. Nicht, weil sie andere Gene haben (Gene, die Ausrede unserer Zeit). Völker, die in erster Linie anders essen. Und dann natürlich auch ein bisschen anders leben, Stichwort Bewegung.
Franzen hätte sich informieren können. Und damit Hunderttausenden seiner Leser womöglich helfen können. Was tut er? Er stürzt sie in noch tiefere Verzweiflung. Krebs kriegt man halt. Da kann man nichts dagegen machen. Schlimm. Franzen wird damit zum typischen Vertreter der Drohmedizin. Weiß nichts von der Frohmedizin. Weiß nichts von der Weisheit der Menschheit.
Jetzt wissen Sie, weshalb ich dieses inzwischen berühmte Buch nie ausführlich besprochen habe. Der Grundtenor ist falsch.
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