Kennen Sie das, Sie duschen kalt und fühlen sich danach wunderbar? Nicht währenddessen, das braucht einige Überwindung, aber danach, herrlich!
Kann man physiologisch erklären. Wird der Körper Kälte ausgesetzt, egal ob unter der Dusche oder im Winter beim Laufen oder im Eisbad nach dem Saunagang, wird das sympathische Nervensystem aktiviert. Das sympathische Nervensystem arbeitet autonom, es unterliegt keiner willentlichen Steuerung, im Gegensatz zu dem Nervensystem, welches Ihre Bewegung koordiniert. Wenn Sie Ihre Hand heben wollen, entscheiden Sie sich dazu und Ihr Nervensystem verwirklicht die Entscheidung. Sie heben Ihre Hand. Beim sympathischen Nervensystem ist das anders. Egal wie sehr Sie es sich wünschen, Sie können das sympathische Nervensystem nicht willentlich aktivieren. Es reagiert nicht auf Ihre Gedanken und Pläne. Sie haben aber trotzdem eine Möglichkeit es gezielt zu aktivieren: Sie müssen nur den Umweg durch die kalte Dusche nehmen.
Wird das sympathische Nervensystem aktiviert, kommt es zur Leistungssteigerung.
Die Herzaktivität steigt, die Durchblutung ebenso. Es wird vermehrt Energie hergestellt und der Stoffwechsel wird angeregt. Sie fühlen sich auf die bevorstehenden Aufgaben vorbereitet, Ihre Sinne sind klar, Ihr Denken ruhig. Die Aktivierung des sympathischen Nervensystems ist eine Stressreaktion – die gut tut. Für Menschen, die an Depressionen leiden ist dieser Stress notwendig, um die typische Trägheit zu überwinden. Für alle anderen ist dieser Stress ebenfalls eine Wohltat, Sie fühlen sich einfach besser.
Durch die kalte Dusche wird zudem Beta-Endorphin ausgeschüttet.
Endorphine werden umgangssprachlich als Glückshormone bezeichnet, weil sie euphorische Gefühle erzeugen können. Das erklärt, warum man sich nach einer kalten Dusche so gut fühlt, so zufrieden ist. Endorphine wirken zudem schmerzlindernd. Kein Wunder, dass mittlerweile sogar wissenschaftlich bestätigt wurde, dass tägliches kaltes Duschen Schmerzen reduziert.
Nebeneffekte gibt es übrigens keine!
Kaltes Duschen ist natürlich nur ein zusätzliches Mittel. Die Basis ist Ernährung, samt aller essenziellen Nährstoffe, und Bewegung. Das reduziert chronische Entzündungsreaktionen. Denn wir wissen, auch Depressionen sind Entzündungen. Entzündungen im Gehirn.
Quelle: Shevchuk NA. Adapted cold shower as a potential treatment for depression. Med Hypotheses. 2008;70(5):995-1001.
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