Ein genialer Trick. Ihnen natürlich bekannt. In der Theorie. Nur muss man den Menschen manchmal mit der Nase auf die Tatsachen, auf die Wahrheit stupsen. Darf ich?
Das schlimmste Leid auf dieser Welt entsteht durch den Vergleich. Den falschen Vergleich. Das wissen Sie.
Kinder, ärmste Kinder, im Dreck spielend, können vor Glück jauchzen. Wenn die freilich Gleichaltrige entdecken, die im Überfluss leben, beginnt das Leid…
Ihnen geht es schlecht. Überarbeitet. Gestresst. In Scheidung… Tja: vergleichen Sie sich doch einmal mit einem indischen Bettler, dem beide Beine fehlen. Dann schämen Sie sich hoffentlich.
Verstanden? Entscheidend im Leben ist, mit wem wir uns tagtäglich vergleichen. Auch ich habe – mühsam-gelernt, mich zu freuen, darüber, dass ich überhaupt zwei Beine habe. Gar nicht selbstverständlich.
Diesen Trick mit dem Vergleich nutzen ganze Gesellschaftssysteme aus: Die da oben, die Reichen! Und schon fühlen sich die da unten unglücklich. Unterprivilegiert. Wollen auch. Und der Krieg beginnt. Ich weiß, dass ich in meiner Kindheit als Flüchtling aus der Mülltonne lebte. Und gar nichts Besonderes dabei fand. Das war normal. Der Ärger begann erst später, in der Schule. Im Vergleich. Ich denke, Sie haben mich verstanden.
Drum möchte ich Sie einmal am Alltag teilhaben lassen. Liegen vor mir zwei Seiten, eng beschrieben, und ich erlaube mir, ein paar Sätze daraus zu zitieren. Nur, um Ihnen mal eine andere Vergleichsmöglichkeit zu bieten:
Schilddrüsenprobleme (Hashimoto), Müdigkeit, Depression, alleinerziehend.
15 kg Gewichtszunahme (Frustfraß)
Blutdruck steigt, Betablocker
18 Monate krank wegen Bandscheibenvorfall im Genick, Flash und Depression, Lebensmüde, Erschöpfung
Mehrfach Notarzteinsatz im Geschäft wegen Blutdruck-Flash
Wieder langzeitkrank wegen Erschöpfung, Schlafapnoe, Panikzustände, Psychologengespräche
Das nur ein kleiner Auszug. Reicht ´s schon? Fühlen Sie sich schon besser mit Ihrer schmerzenden Schulter? Die Dame hat eine bemerkenswert präzise Art, sich selbst zu beschreiben. Das klingt dann so:
Ich selber habe das Gefühl, seit 20 Jahren auf einer Gratwanderung zu sein.
Hormonelles Chaos?
Gute Tage bei bester Laune wechseln sich ab mit Heultagen und tiefer Verzweiflung.
Jeder Tag eine Herausforderung und Überlebenstraining.
Gelesen? Überlebenstraining. Täglich! Wenn man diesen Gedanken ernst nimmt… wendet man mentale Techniken an. Das tut die Dame. Deswegen übrigens die News. Die hat den hübschen Satz erfunden:
froh und heiter – Glück ist mein Begleiter… wird zu
froh und heiter leb ich einfach weiter… oder:
froh und heiter lauf ich einfach weiter.
Bewundernswert. Selbsthilfe. Unser Unterbewusstsein ist nun einmal der stärkste Rettungsanker im Leben. Ob es andere Rettungsanker gibt?
Sicher doch: Die Dame war soeben da zur Blutanalyse.