ist ein sensationeller Fachausdruck. Richtig gelehrt. Keiner versteht's. Genau so ist es ja auch beabsichtigt.
Kompression der Morbidität heißt nichts weiter als zurück zur Natur. Fangt endlich einmal an, wie jedes Reh zu leben. Oder jedes Karnickel. Werdet doch bitte normal. Hört auf mit dem Aberglaube, alt werden hieße krank werden. Mit dem Aberglaube: "Ab 30 geht's bergab".
Jedes Reh widerlegt Sie. Sie gucken nur nicht hin.
Kompression der Morbidität heißt, dass die Zeit zwischen Hinfälligkeit, also der Krankheit und dem Tod immer kürzer wird. Dass die Menschen nicht nur immer älter werden, sondern immer länger gesund bleiben. Dass die Pflegebedürftigkeit immer weiter hinausgeschoben wird. Wird heute in Fachartikeln als sensationelle Entdeckung gepriesen.
Ich weiß nicht. Kennen Sie ein pflegebedürftiges Reh? Einen Elefanten im Rollstuhl? Wachen wir nie auf?
Aber immerhin: Prof Vaupel betont, dass uns nicht nur ein längeres Leben erwartet, sondern auch ein längeres gesundes Leben. Dies sei "eine der größten Errungenschaften der modernen Zivilisation". Recht hat er.
Präziser formuliert: "Herzfrequenz, Lungenfunktion und Muskelkraft hätten sich von Generation zu Generation positiv verändert". Zwar meint Prof. Vaupel, dafür könnten wir uns bei der Medizin bedanken, aber ich weiß nicht so recht: Muskelkraft produziert meines Wissens kein Krankenhaus. Das tut man selbst. Das hat er wohl noch nicht mitbekommen.
Aber immerhin: Studien in der USA zeigen, dass die Sterblichkeit dramatisch zurück geht, dass die Lebenserwartung dramatisch steigt. Aber noch wichtiger: Dass die Krankheitsanfälligkeit im Alter (Morbidität) doppelt so schnell zurück geht wie die Sterblichkeit. Heißt übersetzt: Die Leute bleiben viel länger gesund.
Was hören Sie davon in der Öffentlichkeit? Mit Öffentlichkeit meine ich natürlich den Spiegel. Da lesen Sie (Zitat) "geballt negative Schlagzeilen über das Alter. Da wähnen wir uns in einer permanenten Pflegegesellschaft, befürchten kollektive Vereinsamung oder Demenz".
Beweis? Titelstory Spiegel kürzlich "Hilflos im Alter". Das typisch grauenvoll negative Gemälde, der deutschen Leseerwartung natürlich angepasst.
Zwischenbemerkung: Wussten Sie, dass der Spiegel zu 51% den Journalisten gehört? Dass die direkt am Umsatz beteiligt sind? Na, was glauben Sie, worüber und wie die also schreiben werden...
Hier jedenfalls lesen Sie Frohmedizin. Fakten. Hier zitiere ich lieber den Max-Planck-Forscher Prof. Vaupel: "Es wird ignoriert, dass wir viel gesünder altern". Aus Ihren Briefen weiß ich, dass Sie das sehr wohl zu schätzen wissen.
Auch ich sag täglich Danke.