Was für ein Wort. Ist gerade Mode. Das Wort, nicht das, was es bedeutet. Resilienz ist das natürliche Verlangen jedes Menschen: Ruhe und Gelassenheit, egal was einem im Leben zustößt. Oder wie es offiziell beschrieben wird: psychische Widerstandskraft sowie die Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen.
Wären wir alle resilient, würden uns die Veränderungen durch die Pandemie nichts ausmachen. Wir würden uns auch nicht darüber aufregen.
Was wird in Zukunft noch auf uns zukommen? Mehr Überschwemmungen, wie die im Ahrtal im letzten Jahr? Waldbrände wie in Kalifornien? Sturmfluten an der Küste? Alles sehr wahrscheinlich. Der Klimawandel ist nicht mehr aufzuhalten. Um dem allen standzuhalten, hilft Resilienz.
Resilienz können Sie sich aneignen, und zwar mit Meditation.
Dieser Zusammenhang ist seit langem bekannt. Man kann sagen, seit tausenden von Jahren. Selbst die moderne Wissenschaft kennt ihn, nur fehlten lange Zeit neurobiologische Erklärungen. Welche Veränderungen im Gehirn lassen die psychische Widerstandskraft zunehmen?
Wahrscheinlich sind es mehrere. Wissenschaftler aus Südkorea konnten zwei genauer beschreiben. Sie stellten fest, dass durch Meditation, auch im Ruhezustand zwei bestimmte Gehirnregionen aktiver sind, und zwar der anteriore cinguläre Cortex und ein bestimmter Teil des präfrontalen Cortex.
Der anteriore cinguläre Cortex (was für ein Name, brauchen Sie sich nicht zu merken) ist Teil der Großhirnrinde, das ist die äußertes Schicht des Gehirns, liegt direkt unter der Schädeldecke. Der Teil der Großhirnrinde mit dem schwierigen Namen ist an wichtigen Funktionen beteiligt wie der Konzentration, dem Treffen von Entscheidungen, dem Planen von Handlungen, ethischen und moralischen Abwägungen, der Kontrolle impulsiven Verhaltens sowie der Steuerung von Emotionen.
Der präfrontale Cortex, der hinter der Stirn liegt, ist für das soziale Verhalten besonders wichtig. Außerdem ist er am Treffen von Entscheidungen beteiligt. Er übernimmt eine wichtige Funktion bei der Vereinbarung von rationalen Überlegungen und Emotionen.
Genau das zeichnet eine psychisch stabile Person aus. Sie behält auch in schwierigen Situationen einen kühlen Kopf und kann klar denken. Meditation trainiert die dafür nötigen Gehirnregionen.
Viele halten ruhige Momente, in denen sie ihren Gedanken nachhängen, für Meditation. Ist es nicht. Meditation ist genau das Gegenteil, es ist Konzentration. Konzentrieren Sie sich für eine bestimmte Zeit auf Ihren Atem oder Ihren Körper. Sie können sich auch auf einen Gegenstand konzentrieren oder auf ein Wort. Immer wenn Ihre Gedanken sich mit etwas anderem beschäftigen, holen Sie sie zurück, auf den Atem, Ihren Körper, das Wort, oder worauf auch immer Sie sich konzentriert haben.
Quelle: Kwak S, Lee TY, Jung WH, et al. The Immediate and Sustained Positive Effects of Meditation on Resilience Are Mediated by Changes in the Resting Brain. Front Hum Neurosci. 2019;13:101. Published 2019 Mar 26.
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