Stress klaut Nährstoffe

Psychischer Stress macht krank. Wissen Sie. Er kann zu Depression, Krebs, zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zu Diabetes, Parkinson oder vielen weiteren chronischen Krankheiten führen. Unter Dauerstress werden weniger Immunzellen gebildet, das Immunsystem ist geschwächt. Unter Stress leiden die Reparaturmechanismen und die Menge an freien Radikalen nimmt zu.

Ein Wissenschaftler aus Australien hat zusammengefasst, wie sich Stress auf die Nährstoffversorgung auswirkt.

Unter Stress werden einige Stoffwechselabläufe herunter-, andere heraufgefahren. Das verändert den Nährstoffbedarf. Außerdem erhöht Stress die Menge an freien Radikalen, was wiederum zu Entzündungsreaktionen führt. Das bereits geschwächte Immunsystem reagiert und benötigt dazu mehr Nährstoffe als in entspannten Zeiten. Außerdem werden unter Stress vermehrt Mineralstoffe über Schweiß und Urin abgegeben.

Die Konzentration folgender Nährstoffe nimmt unter Stress besonders stark ab:

Magnesium

Der Mineralstoff ist unter anderem an der Herstellung von Energiemolekülen beteiligt. Unter Stress wird mehr Energie benötigt, daher steigt der Magnesiumbedarf erheblich.

Zink

Zink reguliert das Immunsystem, welches unter Stress verstärkt arbeitet. Daher steigt der Zinkbedarf. An Ratten wurde außerdem festgestellt, dass unter Stress die Leber mehr Zink speichert, daraufhin fehlt der Mineralstoffe an anderen Stellen im Körper. Zudem nimmt die Aufnahme von Zink über den Darm in stressigen Zeiten ab.

Calcium

Die Weiterleitung von Nervenimpulsen und der Herzschlag benötigen Calcium. Unter Stress steigt der Bedarf. Nicht immer lässt sich das im Blut nachweisen. Fast 99 Prozent des Calciums ist in den Knochen gespeichert. Steigt der Calciumbedarf wird der Mineralstoff im Knochen abgebaut und an anderen Stellen im Körper verwendet. In Studien wurde festgestellt, dass die Knochendichte unter Dauerstress abnimmt.

Eisen

Eisen ist am Transport von Elektronen beteiligt. Dieser Vorgang ist Teil sehr vieler Stoffwechselabläufe. Da der Stoffwechsel insgesamt unter Stress steigt, steigt auch der Eisenbedarf. Der Ferritinwert, gemessen im Blutserum, gibt einen guten Anhaltspunkt. Hohe Ferritinwerte sind aber nicht immer Anzeichen für eine gute Eisenversorgung, die Werte können auch durch Infektionen oder Entzündungsreaktionen erhöht sein.

Was Sie in stressigen Zeiten tun können:

  • Laufen Sie, damit bauen Sie das Stresshormon ab.

  • Meditieren Sie, damit Sie nicht im schädlichen Gedankenkarussellen hängenbleiben.

  • Lassen Sie ihre Nährstoffversorgung (Mineralstoffe, Vitamine, Aminosäuren, Omega-3-Index) im Blut untersuchen und passen Sie die Einnahme Ihrer Nahrungsergänzungsmittel an.

Quelle: Lopresti AL. The Effects of Psychological and Environmental Stress on Micronutrient Concentrations in the Body: A Review of the Evidence. Adv Nutr. 2020 Jan 1;11(1):103-112.