Das Thema hatten wir gestern (www.strunz.com). Darf ich Ihnen das Prinzip noch einmal vorführen bei etwas Wichtigerem? Betrifft in diesem Jahr 460.000 von Ihnen. Nennen Sie Krebs.
Sie erinnern sich: Sie beleidigen Ihre Mitochondrien. Gelingt heutzutage leicht. Stress, falsches Essen...Dann schalten die beleidigt ab. Die Energieproduktion. Weil der Körper überleben möchte, schaltet er nicht ab, sondern um. Jetzt wird die Energie nicht mehr in den Mitochondrien, sondern daneben hergestellt. In der Zellsuppe. Krebs.
Vorher brauchte man Sauerstoff. Jetzt nicht mehr. Es wird also von Verbrennung auf Vergärung umgestellt. Dabei wird Milchsäure gebildet. Weiß jeder Sportler, wenn er sauer läuft.
2011 hat das Institut für Physiologie und Pathophysiologie der Uni Mainz bewiesen, dass die Bildung von Milchsäure ein Schutzschild der Krebszelle (!) darstellt. Dient der Resistenzbildung gegenüber Strahlen- und Chemotherapie. Dass (Zitat):
"die Intensität der Anreicherung mit Milchsäure in Krebszellen in engem Zusammenhang mit der Strahlen- und Immunresistenz von Tumoren, der Bildung von Metastasen und der generellen Überlebensrate der Krebspatienten" stand.
Peinlich. Dabei ganz einfach zu verstehen. Das Ganze noch einmal:
Dr. J. Coy, Biologe entdeckte 2005 das Gen TKTL1. Dieses Gen aktiviert Tumorzellen. Diese Tumorzellen haben einen anderen Zuckerstoffwechsel: die verbrennen nicht, sondern die vergären. Dadurch wird ein Schutzmechanismus in Gang gesetzt, der sie vor dem programmierten Zelltod (Apoptose) bewahrt.
Verstanden? Zellen kennen Apoptose. Zellen sterben ständig ab und erneuern sich. Im ganzen Körper. Ausnahme: Krebszellen. Auch ihre Keimzellen. Die überleben. Sie wollen sich ja vererben. Und Krebszellen imitieren das. Weiter geht's:
Nicht nur vor dem programmierten Zelltod schützt dieses Gen TKTL1 (leider, leider!!!)sondern macht auch resistent gegen Chemo-und Strahlentherapie.
Ein Mist-gen also. Besonders wichtig, weil oft nicht zur Kenntnis genommen: TKTL1-positive Zellen (die man messen kann), die mit diesem Mist-gen, finden sich bei etwa nur jedem zweiten Krebspatienten. Also nicht bei jedem! Andererseits: wenn ja, dann...los geht's! Ketokost. Sie wissen. Laufen...Sie wissen.
Dieses "bei etwa jedem zweiten Krebspatienten", also nur bei 50%, ist selbstverständlich Angriffspunkt. Kristallisationspunkt für hämische Kommentare von Kritikern der Ketokost. Nach dem Motto: Krebszellen fressen eben doch auch Fett. Nicht ausschließlich Zucker, wie Sie immer behaupten. Du meine Güte: 50%/50%. Man muss schon aufpassen, wovon man spricht. Wir sprechen von aggressiven Krebszellen. Von denen, die Metastasen machen. Von denen, die kurzfristig zum Tode führen. Also vom "richtigen" Krebs.
Für viele von Ihnen, auch für Sie Belesene, neu.