Meditation fürs Nervensystem

Zum Nervensystem gehören das Gehirn, das Rückenmark und die vielen Nervenverbindungen, die Signale aus den Sinnesorganen aufnehmen oder Signale an Organe leiten. Aufgrund seiner Funktion unterscheidet man zwei Nervensysteme. Eines ist für die bewussten Abläufe wie Hören oder Muskelbewegungen zuständig, das andere steuert Tätigkeiten, die außerhalb des Bewusstseins stattfinden. Beispielsweise sorgt es für die Verengung oder die Erweiterung von Blutgefäßen. Das können Sie nicht bewusst steuern. Sie können nicht einfach sagen: "So, jetzt geht auf, ihr Blutgefäße." Zu Ihrer Hand können Sie das allerdings sagen und sie wird Ihren Anweisungen folgen. Das Nervensystem, welches die unbewussten Abläufe steuert, heißt vegetatives oder auch autonomes Nervensystem. Es ist wiederrum in zwei Bereiche unterteilt. Der eine Teil des vegetativen Nervensystems wirkt erregend, er heißt Sympathikus. Der andere Teil wirkt beruhigend und heißt Parasympathikus.

Situationsabhängig übernimmt entweder das erregend oder das beruhigend wirkende Nervensystem die Kontrolle über den Körper.

Wenn Sie nachts ruhig im Bett liegen oder abends gemütlich ein Buch lesen, dominiert der Parasympathikus. Wenn Sie gestresst sind, ist der Sympathikus am Werk.

Hat der Sympathikus die Kontrolle über den Körper kommt es zu:

  • erhöhtem Herzschlag,

  • schnellere Atmung,

  • Schwitzen – besonders an den Händen,

  • trockenem Mund,

  • verminderter Darmtätigkeit

  • und einigen weiteren Veränderungen.

Das sind typische Stressreaktionen. Halten sie nur kurz an, ist das kein Problem. Übernimmt der Sympathikus aber fast ständig die Kontrolle über den Körper, ist das auf Dauer gesundheitsschädlich.

Den Parasympathikus, die Entspannung, können Sie mit Meditation aktivieren.

In einer Studie, die in Taiwan durchgeführt wurde, stellten Wissenschaftler fest, dass Meditation den Parasympathikus aktiviert. Dabei konzentrierten sie sich auf eine Meditationstechnik, bei der die Aufmerksamkeit nach innen geführt wird, auf die Körperempfindungen, auf die Gedanken und Gefühle.

Wenn Sie das nächste Mal gestresst sind, nehmen Sie sich etwas Zeit und wenden Sie Ihre Aufmerksamt auf Ihr Inneres:

  • Wie fühlt sich Ihr Brustkorb an?

  • Wie Ihre Schultern und Ihr Nackenbereich?

  • Wie geht es Ihnen insgesamt körperlich?

  • Was denken Sie?

  • Was fühlen Sie?

Das Ganze muss nur ein paar Sekunden oder eine Minute dauern. Probieren Sie es aus! Sie werden bestimmt innerlich ruhiger.

Quelle: Wu SD, Lo PC. Inward-attention meditation increases parasympathetic activity: a study based on heart rate variability. Biomed Res. 2008;29(5):245-250.