Rumge-eiere

Die "deutsche Krebshilfe" wurde von Mildred Scheel gegründet. Ist ein bemerkenswerter Verein deshalb, weil er ausdrücklich keine öffentlichen Gelder und keine Gelder aus der Pharmaindustrie annimmt. Ausdrücklich.

Präsident 2010 war zum Beispiel Prof. H. zur Hausen, der deutsche Nobelpreisträger. Im Vorstand sitzt der Ihnen bekannte Prof. Dr. O. Wiestler, Chef des Krebsforschungszentrums Heidelberg, wohl der führenden deutschen Institution. Will sagen: Ein Gremium von Fachleuten.

Berühmt deren blauer Ratgeber. Ein Ratgeber zur Ernährung bei Krebs. Und in diesem Ratgeber finden Sie heute neu und verblüffend:

"Da Tumorzellen oft andere Nährstoffe benötigen als normale Körperzellen, lohnt sich der Versuch, den Krebszellen Nährstoffe zu entziehen. So kann es zum Beispiel sein, dass ein Krebskranker Kohlenhydrate schlecht verwerten kann, der Tumor dagegen reichlich Traubenzucker benötigt. Studien haben gezeigt, dass dann eine fettreiche und kohlenhydratarme Kost, die außerdem reichlich Eiweiß enthielt, einer normalen Kost überlegen war."

Nenne ich Rumgeeiere. Ein Drumherumreden. Es gibt also eine neue Wahrheit, eine neue Erkenntnis, aber wir trauen uns nicht, Ihnen, der einfachen Bevölkerung, das wirklich klar zu sagen. Rumeiern ist zum Beispiel:

- lohnt sich der Versuch (tun!)

- So kann es sein (So ist es! Der Tumor braucht Zucker!)

- ein Krebskranker verwertet Kohlenhydrate schlechter (was für ein Unfug)

- kohlenhydratarme Kost (warum nicht -freie Kost?)

- einer normalen Kost überlegen (was heißt eigentlich normal? Fragen Sie mal einen Eskimo)

- überlegen (Was heißt das? Hier geht’s um Leben oder Tod!)

Aber immerhin. Sie verstehen schon, dass ich Ihnen diese Sätze des blauen Ratgebers mit stolzer Freude präsentiere. Es tut sich wirklich etwas.