Nachhaltigkeit

Gast News von Ulrich Strunz jun.

Weil Nachhaltigkeit auch ein Gesundheitsthema (geworden) ist, und wir dazu noch nicht offiziell Stellung bezogen haben, wollen wir Sie einladen, unsere Perspektive kennenzulernen:

Was Nachhaltigkeit in Wissenschaft und Realität bedeutet, hat mir Prof. Müller-Christ (Uni Bremen) 2016 beigebracht. Er ist Deutschlands Nachhaltigkeitsexperte und hat den Begriff in unserem Land "groß" gemacht. Was mir besonders gefällt: Herr Prof. Müller-Christ kann sich kurz fassen (ISBN13 9783825242213) und nutzt eine klare Definition dafür, was Nachhaltigkeit bedeutet:

Nachhaltigkeit = Ressourcennachschub / Ressourcenverbrauch = 1

Die Ingenieure unter Ihnen grinsen jetzt. Denn in diesem Universum kann es damit keine Nachhaltigkeit geben. Außer Sie schaffen es, den zweiten thermodynamischen Hauptsatz auszuhebeln. Oder das "Minus 1 Gesetz" von Prof. Susskind ad acta zu legen. Wahrlich göttliche Kräfte bräuchte es, um ein nachhaltiges System zu schaffen.

Simpel ausgedrückt: Nachschub und Verbrauch sind niemals im perfekten Einklang. Besonders weil beides, wie der Wind, nichtlinearen Einflüssen unterliegt. Ob irgendetwas "nachhaltig ist", ist nicht kontrollierbar, und erst recht nicht bei großen Systemen wie einer Firma, einer Stadt, einem Land oder gar einem Kollektiv, wie der EU.

Was ist dann "Nachhaltigkeit"? Träume und Schäume?

"Nachhaltigkeit" ist eben auch wie "Industrie 4.0", "Cloud-Server", "Künstliche Intelligenz", "Gentrifizierung" ein großer, oberflächlicher Begriffsnebel. Aus dem jeder seine persönliche Definition, seine persönliche Wahrheit herausarbeiten darf.

Es geht also um ein Gefühl.

Und da Wahrheit ein Gefühl ist, gibt es sie eben plötzlich doch. Gibt es die Nachhaltigkeit als eine Haltung. Als einen unmessbaren Wert, den wir Menschen in unserer Seele tragen. Können. Könnten. Nur:

Nachhaltigkeit ist nicht messbar!

Also macht man sich mit einem gesunden Bauchgefühl darüber Gedanken, wie Geschäftsprozesse nachhaltiger zu gestalten sind.

Entsprechend finden Sie unsere Produkte jetzt nach und nach aus Glasflaschen, und nicht in Plastikverpackung vor.

Deshalb liefern wir unsere Produkte nun in Pappkartons ohne Plastik aus.

Weswegen wir auch unsere berühmten Eiweißdosen aus Weißblech anbieten werden.

Das sind Schritte, die wir als sinnvoll erachten, und die unserem gemeinsamen Gefühl von Nachhaltigkeit entsprechend durchgesetzt wurden.

Quelle: Müller-Christ, G. (2014). Nachhaltiges Management: Einführung in Ressourcenorientierung und widersprüchliche Managementrationalitäten (2nd ed.). Stuttgart, Germany: UTB.

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