Wo bleibt das DMP?

Gemeint ist das Disease-Management-Programm für Bluthochdruck. Dringend überfällig!

Also nicht etwa: Lasst uns den Bluthochdruck heilen. Ganz leicht. Auf natürliche Weise. Sondern…

wir brauchen ein System. Leitlinien. Fachkräfte, die diese Leitlinien erstellen. Weitere Fachkräfte, die die Resultate überwachen. Ein undurchschaubares Wirrwarr. Das ist Resignationsmedizin.

Der Anlass? 30% der Deutschen leiden an Bluthochdruck. Eine tödliche Erkrankung. Wird oft nicht so gesehen. Denn sie führt unweigerlich zu Schlaganfall oder Herzinfarkt. Beginnend schon nach wenigen Monaten.

Also brauchen wir ein DMP. Wissen Sie was gemeint ist? Tabletten. Pillen. Damit Sie eine Vorstellung bekommen, wie Ärzte in Deutschland denken, zitiere ich einfach mal.

"Eine frühe Kombinationsbehandlung bei Hypertonie Grad I verbessert alle Endpunkte signifikant. Das First-Line-Konzept mit Viacoram einmal täglich, das aus Perindopril und Amlodipin besteht, zeigte für 1.581 Patienten mit leichter bis mittelschwerer Hypertonie, dass innerhalb von zwei Monaten mehr Patienten (43,5%) in den Zielbereich (unter 140/90) gelenagten als mit der Monotherapie unter Perindopril (33,3%) oder mit Amlodipin (37,9%).

Diese effektive Blutdrucksenkung zeigte Viacoram auch im Vergleich zu einer Sartan-Monotherapie (Valsartan).

Das ist Medizin. Das sind Leitlinien. Das sickert in das Denken von uns Ärzten. Wer sickert hier? Natürlich die Industrie. Die solche unmögliche Namen ausdenkt. Und die dazugehörigen Tabletten presst. Und die dann selbstverständlich nur

Tablette gegen Tablette

vergleicht. Nicht etwa vergleicht: Gewichtsabnahme 20kg mit einer Tablette. Was glauben Sie, wer dann gewinnen würde? Schlecht für die Industrie. Das lassen wir lieber.

Also braucht man wieder einen Professor: "Wir brauchen ein Disease-Management-Programm für Hypertonie" forderte Professor Martin Hausberg, Karlsruhe. Da ham wir ihn schon.

Erinnern Sie sich noch an die Wahrheit?

  • News vom (30.08.2006 unter www.drstrunz.de). Dort berichtet Prof. Erdmann, dass der Blutdruck mit Tabletten zwar gesenkt werden kann, das Risiko für Schlaganfall aber nur um 3%, das Risiko für den Tod um 1%. Ungeheuerliche Zahlen, welche die Pharmaindustrie entlarven.

  • News vom 02.02.2009 unter www.drstrunz.de: Dort berichtet der Präsident der Hochdruckliga-Tagung, Professor Rump, dass nur 15% der mit Tabletten eingestellten Patienten richtig eingestellt sei. Heißt: Die Realität ist eine völlig andere.

In diesen News wird auch ganz praktisch beschrieben, wie man Blutdruck tatsächlich und wahrhaftig senkt. Nur: Da würde die Pharmaindustrie pleitegehen. Das wollen wir denn dann auch nicht. Also: Lasst sie leben! Schlucket!