Gast News von Ulrich Strunz jun.
Läufer, Ausdauerläufer, Langläufer kennen andere Welten, andere Dimensionen. Haben Zugang zu…. sind daher noch so klugen Mathematikern oder Physikern voraus. Sind überlegen. Sind weiter. Beispiel gefällig?
Der Mensch liebt die Kausalität. Wenn ich mich low carb ernähre, dann nehme ich ab. Wenn ich jeden Tag laufe, dann stärke ich meine Kondition. Wenn ich … dann…
Der Mensch sucht Kausalität. Überall und immer. Genau so ist unser Gehirn aufgebaut, genau so funktioniert es eben. Wissen wir etwas nicht, dann folgt automatisch, dass wir nach Kausalität fragen, um zu verstehen.
Wir wissen zum Beispiel nicht, was vor dem Urknall war. Also was vor dem Ursprung von Zeit und Raum gewesen sein soll. Wir fragen also:
Gab’s damals, also davor, bereits Kausalität?
Brauchen wir für Kausalität Zeit und Raum? Nein. Sagt Sir Roger Penrose (88), ein berühmter Mathematiker und theoretischer Physiker.
Zeit und Raum, also laut Einstein die Raumzeit, sind für Kausalität nicht von Nöten.
Hier ein Beispiel für Kausalität in unserem Raumzeit-Universum:
"Ich bekam vor 3 Sekunden einen Boxhandschuh-Treffer auf die Backe, und flog daher 1,5m durch die Luft.".
Prof. Roger Penrose guckte vor den Urknall. Guckte also auf einen Papierstapel voller mathematischer Gleichungen. Und tat mal so,…
als ob die Mathematik uns verraten könnte, was vor dem Urknall war.
Er tut also so, als ob. Nun gut: Wenn Zeitbegriff und Raum fehlt, dann wäre ein Beispiel für Kausalität, vor dem Urknall, vor unserem Raumzeit-Universum:
"Ich weiß zwar nicht, wie lange es her ist, aber ich bekam einen Boxhandschuh-Treffer auf die Backe, und flog daher durch die Luft. Ich weiß nur nicht wie weit ich flog.".
Prof. Roger Penrose ist ein Mensch. Er liebt die Kausalität. Er sucht die Kausalität, überall und immer. So funktioniert er eben. Er wusste natürlich auch nicht, was vor dem Urknall gewesen sein soll. Dennoch stellte er einfach mal die Frage. "Was war vor dem Urknall?". Und bekam als (mathematische) Antwort:
Jetzt könnte man, typisch Mensch, weiter gehen. Noch eine – unerhörte – Frage stellen:
"Was war vor der Kausalität?".
Tja, da gab´s also kein "aus dem folgt das", da gab´s nur Tatsachen an sich. Also
hier ein Beispiel für vor der Kausalität:
"Ich weiß nicht, was ich bekam, und ich weiß nicht was daher geschah. Ich weiß nur, dass ich fliege".
Nun ja. Soviel zu Mathematikern. Damit also beschäftigen die sich tagsüber. Selbstredend sind hier die Neurowissenschaften, also Medizin weiter als die Physik und die Mathematik. Medizin kennt Lösungen. Antworten. Solch eine erfahrbare und messbare Antwort nennt sich "Ego-Dissolution". Geht übrigens auch ohne LSD, ohne Drogen. Könnte man mit Übung (siehe Übung 27 in "Arsch hoch beginnt im Kopf") täglich erfahren. ERFAHREN – nicht sinnfrei ausrechnen.
Heißt: Das menschliche Gehirn ist mehr als ein verdrahteter Supercomputer. Man muss es nur einschalten. Wie das geht? Weiß jeder Läufer…
P.S. für die Mathe-Profis unter Ihnen (ich bin ja keiner):
Auch die Mathematik geht diesen Weg. Der Mathematiker und Abel-Preis Träger Michael Gromov meinte ja – unerhört – dass man "bis zur Shannon-Entropie kommt, ohne etwas hinzuschreiben". Also ohne Formeln, ohne bücherfüllende Berechnungen. Erstaunlich!
Ich beobachte mit großer Neugierde die Entwicklung der sog. "Kategorientheorie". Sie auch?
© 2026 Dr. Ulrich Strunz