Unendliches Leben

Haben Sie schon einmal über Wunderkinder nachgedacht? Zwölfjährige, die bereits ein Mathematikstudium abgeschlossen haben, fünfjährige die Mozart spielen, geniale Schachspieler, die erst acht Jahre alt sind?

Glauben Sie Gott hat diese Kinder mit den Talenten ausgestattet und dann auch noch dafür gesorgt, dass sie in Familien hinein geboren werden, die ihre Fähigkeiten fördern? Mir gefällt diese Vorstellung von Gott nicht, ist irgendwie ungerecht.

Viel logischer ist die Idee von Karma, wie sie im Buddhismus und im Hinduismus existiert. Karma steht für das Prinzip von Ursache und Wirkung.

Gute Gedanken und Handlungen führen zu guten Resultaten – schlechte Gedanken und Handlungen zu schlechten.

Der Witz dabei, die Verkettungen von Ursachen und Wirkungen hören mit dem Tod nicht auf.

Das erklärt, warum es Wunderkinder gibt. Die haben in vielen Leben zuvor bereits fleißig ein Instrument geübt oder sich mit mathematischen Fragen befasst. Das erklärt auch, warum einige Menschen in miserable Verhältnisse geboren werden, die haben zuvor nicht gut gedacht und gehandelt.

Wiedergeburten und Karma lassen sich nicht messen, das muss aber nicht heißen, dass es sie nicht gibt. Wenn etwas nicht messbar ist, hilft Logik. Dann wird der Frage nachgegangen, ob die Erklärung die Wirklichkeit sinnvoll beschreibt. Mir erscheinen Wiedergeburt und Karma logisch.

Doch welcher Teil des Menschen lebt weiter? Sein Körper tut es definitiv nicht. In einer indischen Philosophie wird der Mensch mit drei Körpern beschrieben: Dem physischen (körperlichen), dem subtilen (dezenten) und dem kausalen (ursächlichen). Nur der physische Körper stirbt, die beiden anderen bleiben leben. Wenn die Zeit gekommen ist, suchen sich der subtile und der kausale Körper wieder einen neuen physischen.

Jetzt wird es spannend: Im kausalen oder dem ursächlichen Körper werden Ursachen und Wirkungen gespeichert. Jeder Gedanke, jede Handlung zeigt Wirkung, allerdings nicht sofort. Wenn der physische Körper stirbt, bleiben somit noch ausstehenden Resultate im kausalen Körper gespeichert. Die Resultate zeigen sich erst im nächsten Leben. Das erklärt, warum einigen Gutmenschen, schreckliche Dinge widerfahren. Die haben zwar in ihrem jetzigen Leben viel Gutes getan, aber nicht in ihren vorherigen.

Der subtile oder der dezente Körper ist die Persönlichkeit. In ihm ist die Art, wie man sich verhält sowie Vorlieben und Abneigungen gespeichert. Der subtile Körper lebt ebenfalls weiter.

Jetzt fragen Sie sich vielleicht, warum Sie sich an Ihre vorherigen Leben nicht erinnern können. Sie können sich nicht einmal an die ersten Jahre Ihres jetzigen Lebens erinnern, wieso sollten Sie sich dann an vorherige Leben erinnern können?

Um es auf den Punkt zu bringen: Nichts was Sie jetzt, heute tun, ist vergebens. Sie werden die Resultate erfahren, nur vielleicht nicht alle in Ihrem jetzigen Leben.