The world feels.

Ulrich G. Strunz

LAUF GEDANKEN BEGEGNUNG

Coaches empfehlen und Journalisten schreiben neuerdings über die Notwendigkeit des "Vergessens" alter Strategien. Dass Abitur, MBA und Promotion nicht länger wichtig seien, sondern 30 Miniabschlüsse von Fertigkeiten, die gerade gebraucht werden.

Große Erwartungen.

Können Sie am Schreibtisch Eintrainiertes einfach so vergessen?

Bei einem Lauf vom Tegernsee zum Schliersee und zurück hatte ich jedenfalls alles um mich herum, schwer hechelnd, vergessen. Einzig relevant war der tiefe Schnee und ein kurzes Treffen mit einem sehr sportlich aussehenden Mann. Ich fragte ihn auf halber Strecke, ob der Schnee zu hoch läge und man den Schliersee erreichen könne.

Am Tegernsee laufen, hier im Sommer - Fotograf: Thomas Schmidtkonz

Er erwiderte irgendwas in der Art wie Alles ist machbar.

Deshalb liebe ich die sportlichen Menschen, sie sind so direkt und einfach – helle Freude kam auf, die gesetzte Route kann gelaufen werden. Ein paar simple Worte, waren in diesem Augenblick wie Musik in meinen Ohren.

Die Sorge war vergessen.

Und sobald man nach dem Lauf im Auto sitzt und das Radio anmacht, erfahre ich positive, schöne Musik, die Mut macht. Ich komme nach Hause, und bekomme noch eine weitere, wunderschöne Nachricht zu hören.

Der ganze Tag war ein Gewinn.

Das ICH, ob wir wollen oder nicht, ist von Kultur umringt. Die Romane, die Mode, die Malerei, die Musik. Von positiven Glückshormonen erfüllt, nach einem Abenteuerlauf im Schnee, widerfahren dir die schönsten Seiten der Kultur.

Gleiches zieht Gleiches an.

Das Handeln unserer Mitmenschen äußert sich für das ICH als Kultur. Scheinbar ist es wirklich so, dass wir durch unser Handeln unsere Wirklichkeit in der wir uns aufhalten, bestimmen.

Warum das so ist? Ich habe keinen blassen Schimmer.

Wer das hier persönlich Erlebte und von Milliarden anderer erlebte, für leere Floskeln hält, und eine Messung benötigt, gerne:

https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-33139-9

Die individuellen Erwartungen korrelieren hochsignifikant mit dem individuell Erlebten, obwohl in einer Gruppe vernetzt und mit beschränkter Kontrolle ausgestattet. Zugegeben, kann man sicher besser messen.

Man kann es auch selbst erleben.

"Wenn du das Paradies sehen willst, schau dich einfach um und sieh es dir an. Alles, was du machen willst – mach es einfach!"

(Rolling Stone, September 2021, Lilly Wolter, S.30).