Was haben Sie nicht schon alles in Ihrem Leben gelernt. Laufen, das Essen mit Messer und Gabel, Lesen, vielleicht eine Fremdsprache, ein Musikinstrument, eine Sportart. Ihren Beruf mussten Sie ebenfalls erlernen. Lernen ist das Normale.
Niemand würde ein Physikstudium beginnen und sich sofort für die Abschluss-Prüfung anmelden. Jedem ist klar, dazwischen liegen Jahre des intensiven Lernens. Jahre in denen jeder Happen neuen Wissens die Verknüpfungen der Gehirnzellen verändert.
Meditieren müssen Sie ebenso lernen, wie Physik oder Fußballspielen.
Genauso wenig wie Sie ohne Übung Fußball spielen können, können Sie ohne Übung meditieren. Beim Meditieren ist es nur nicht so offensichtlich, weil nur Sie selbst feststellen können, wie gut Ihre Meditation war. Von außen betrachtet sitzen Sie still. Ob Sie sich aber während Ihrer Meditation lange Zeit auf Ihren Atem oder ein Kunstwort konzentrieren können oder ob Ihre Gedanken unkontrolliert von einem Thema zum nächsten hüpfen, wissen nur Sie. Beim Fußballspielen sieht hingegen jeder, ob Sie den Ball mit aller Wucht und dazu noch angeschnitten ins Tor befördern, oder ob er nach dem Schuss vor sich hin kullert.
Wenn Sie mit dem Meditieren beginnen, hüpfen Ihre Gedanken bestimmt unkontrolliert von einem zum nächsten Thema. Sie sind Anfänger, das macht nichts. Das ist sogar normal. Stellen Sie sich vor, wie unbeholfen Sie mit einem Fußball umgehen würden, wenn Sie noch nie Fußball gespielt haben. Genauso geht es Ihnen zu Beginn beim Meditieren. Sie sind unbeholfen und müssen sich langsam herantastet.
Mit jeder Meditation trainieren Sie Ihr Gehirn. Sie lernen Meditieren.
Nach einigen Wochen oder Monaten sind Sie wahrscheinlich in der Lage, sich einige Zeit lang auf ein Kunstwort oder den Atem zu konzentrieren. Diese Zeitspanne können sie immer weiter verlängern. Selbst nach 40 oder 50 Jahren täglicher Praxis wird sich ihre Meditation verbessern.
Geben Sie daher nicht nach den ersten Meditationsversuchen auf. Sie wissen zu dem Zeitpunkt gar nicht, was Sie alles erreichen können und wie sich dadurch ihr Leben verändern wird.
© 2026 Dr. Ulrich Strunz