Im Thriller Control äußert der US-amerikanische Softwareentwickler und Schriftsteller Daniel Suarez auf Seite 47 eine kritische These:
"Technologisch ist die Menschheit weiter fortgeschritten, als Sie es ahnen, doch unsere menschliche Natur ist im Mittelalter verharrt. Die Mondlandung liegt über 50 Jahre zurück, Atomkraft, Transistoren und Laser waren schon damals Realität. Ist Facebook wirklich der Höhepunkt der seitherigen Innovation? Frühere Generationen leisteten weitaus Beeindruckenderes als wir. Sie entwickelten die Saturn V mit einem Rechenschieber. ... Sie waren die Giganten, auf deren Schultern wir heute stehen."
Auf Seite 80 präzisiert er: "Der Sitz des Bewusstseins – das Sensorium – existiert teilweise als Manifestation von Quantenverschränkung in höheren Dimensionen. Das menschliche Gehirn dient hierbei lediglich als Kanal."

Technologie, Bewusstsein und Wissen gestern und heute - Bild mit Gemini generiert
Aus Daniel Suarez' Äußerungen lassen sich mehrere tiefgreifende Schlussfolgerungen ziehen:
Normalerweise denken wir, dass unser Bewusstsein – also unsere Gedanken, Gefühle, Erinnerungen und unser "Ich-Gefühl" – komplett im Gehirn entsteht und dort seinen Sitz hat. Wenn das Gehirn nicht funktioniert, ist das Bewusstsein weg.
Suarez' Aussage stellt diese gängige Vorstellung radikal infrage. Er sagt, das Bewusstsein (oder "Sensorium") ist etwas viel Größeres und Eigenständigeres. Es könnte mit Phänomenen der Quantenphysik (die sich mit der Welt der kleinsten Teilchen beschäftigt) und sogar höheren Dimensionen (Vorstellungen, die über unseren bekannten Raum mit Länge, Breite, Höhe und Zeit hinausgehen) verbunden sein.
In dieser Sichtweise wäre unser Gehirn nicht der Erzeuger des Bewusstseins, sondern eher ein Empfänger oder ein Radio. So wie ein Radio Musik empfängt, die von einem Sender weit entfernt ausgestrahlt wird, würde das Gehirn das Bewusstsein aus einer Art universellem oder transdimensionalem "Feld" empfangen.
Was das bedeutet:
Bewusstsein ist nicht nur lokal: Es ist nicht nur an unseren Kopf und unser Gehirn gebunden.
Es ist größer als wir denken: Es könnte ein Phänomen sein, das über unsere individuelle Existenz hinausgeht und mit dem Universum verbunden ist.
Das Gehirn ist eine Schnittstelle: Es verarbeitet und interpretiert das empfangene Bewusstsein, macht es für uns erfahrbar, ist aber nicht seine alleinige Quelle.
Diese Idee ist spekulativ und passt eher in den Bereich der Philosophie oder theoretischen Physik als in die etablierte Neurobiologie, aber sie ist ein faszinierender Gedanke, der unser Verständnis von Geist und Materie auf den Kopf stellen würde.
Fazit
Zusammenfassend schließt Suarez darauf, dass die Menschheit technisch weit über sich hinausgewachsen ist, während ihre innere (ethische, weise) und teils auch ihre innovationsgetriebene Natur stagniert. Gleichzeitig deutet er an, dass unser Verständnis von Bewusstsein noch in den Kinderschuhen steckt und weit über die bisherigen naturwissenschaftlichen Annahmen hinausgehen könnte, was neue Potenziale für menschliche Entwicklung eröffnen würde, wenn wir diese verstehen und nutzen könnten.
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