Da schüttet ein Chefarzt sein Herze aus. Ein Gynäkologe. Chefarzt der Klinik
Arnsberg. Der sehr richtig feststellt:
Allen Beteiligten im Gesundheitswesen ist vollkommen klar, dass die einzige Möglichkeit einer wirklichen Kostendämpfung in der Prävention vermeidbarer Krankheiten besteht. Nikotin‐ und Alkoholmissbrauch, Fehlernährung und Bewegungsmangel führen millionenfach zu entsetzlichem Leid und lassen die Gesundheitssysteme der westlichen Welt in naher Zukunft kollabieren. Die Lösung liegt auf der Hand: Die Betroffenen müssen ihren Lebensstil ändern ...
... Abhilfe können nur Sanktionen erreichen.
Sanktionen! Das begründet er mit einer kleinen Story. Einer Story von fast unergründlicher
philosophischer Tiefe, die aber auch jäh in das gleißende Licht der Wahrheit blicken lässt:
Wie bemerkte eine rauchende Schwangere, die wegen der schweren
Wachstumsverzögerung ihres ungeborenen Kindes in unserer Klinik stationär behandelt werden musste, auf den Hinweis, ein Nikotinverzicht würde die Startchancen ihres Babys deutlich verbessern, so treffend: "Wieso? Meine Mutter hat in ihrer Schwangerschaft auch geraucht ..."
Da kann man eigentlich nur noch ... loslachen oder in Tränen ausbrechen. Aber so ein
Chefarzt ist ja sicherlich gestählt ... Wir verstehen jetzt seinen sehr wohl ernst
gemeinten Vorschlag "Sanktionen"! Gute Ratschläge sind hier für die Katz.
Alternative wäre Verführung. An die Hand nehmen und gemeinsam … ins Glück joggen.
Tja. Schwierig, zeitaufwendig, maximal energiekostend. Den Arzt. Wer möchte das tagtäglich auf sich nehmen?