Die Bhagavad Gita, einer der wichtigsten Texte einer indischen Philosophie, steckt voller Rezepte.

Manuskripte der Bhagavad Gita aus dem 19. Jahrhundert - Bildquelle Wikipedia
Ich mag Rezepte. Ziel ist es, innerlich ruhiger zu werden und den Fokus zu erhöhen. Letztendlich ermöglicht einem das, sein göttliches Sein zu realisieren. Aber das soll uns heute nicht weiter interessieren. Innerliche Ruhe ist bereits erstrebenswert.
Innerliche Ruhe ist Glück.
Diese Ruhe erlangen Sie, wenn ihr Körper mit allen essenziellen Nährstoffen versorgt ist. Sie müssen ihm die Ruhe aber auch antrainieren, das meine ich mit Denken.
Eines der Trainingsprogramme der Bhagavad Gita ist die Kontrolle der Sinnesorgane. Was soll das bedeuten? Warum soll ich meine Augen, meine Ohren oder meinen Geschmackssinn kontrollieren? Erscheint mit unserem heutigen Wissen über die Verarbeitung von Sinneseindrücken im Gehirn etwas daneben. Damals wussten sie das nicht. Heute würde man von der Kontrolle eintreffender Nervenimpulse sprechen.
Was das im praktischen Leben heißt:
Etwas passiert und sie schauen nicht hin. Ist das Gegenteil von Gaffer.
Sie greifen nicht in jeder freien Minute zum Smartphone.
Sie rühren die Kekse, die auf dem Tisch stehen, nicht an.
Anstatt abends fernzusehen oder zu lesen, meditieren Sie.
Das sind die leichten Übungen, wenn Sie es etwas schwerer haben wollen:
Sie hören, wie über Sie geredet wird. Sie entfernen sich bewusst, so dass sie dem Gespräch nicht folgen können.
Sie sind neugierig, erlauben sich aber nicht, ihre neugierigen Fragen zu stellen.
Was das bring?
Normalerweise funktioniert unser Gehirn wie folgt: Wir sehen etwas und wollen es haben. Oder wir ekeln uns davor oder wir reagieren mit Angst. Im nächsten Moment erfahren wir etwas und debattieren anschließend, ob das nun gut oder schlecht war, oder wiederholen die Szenen im Kopf. So geht es den lieben langen Tag. Ständig reagiert das Gehirn auf äußere Reize. So ein Gehirn ist nicht ruhig. So kann man auch kein echtes Glück verspüren.
Beobachten Sie sich etwas selbst. Inwieweit haben Sie ihre Sinnesorgane unter Kontrolle?
Quelle: Bhagavad Gita, Kapitel 2, Vers 61
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