verrate ich Ihnen am Schluss. Sie werden staunen! Lassen Sie mich zunächst beginnen mit der Feststellung von Prof. Dr. med. Alfred Wirth in CARDIOVASC 2002/1, dass
"die American Heart Association das Übergewicht 1997 als eigenständigen
kardiovaskulären Risikofaktor anerkannt hat"
Also genauso gefährlich wie Rauchen oder Lipoprotein (a) sei der BMI über 25. Übrigens eine ganz wichtige Zahl, weil genau dieser in Deutschland so häufige Bereich BMI 25 bis 30 (15 Kilo hin und her!) als ungefährlich angesehen wird. Jedenfalls von einigen Ärzten, die sich wiederum auch auf ganz moderne Studien (2012) berufen.
Zu Unrecht berufen. Der Schwindel wäre wieder eine News wert.
Lauschen wir Prof. Wirth weiter: Die Vermehrung des Körperfettes hat Auswirkungen auf das Herz: Das Herz schafft es nicht mehr: Nennt man Herzinsuffizienz. Man schnauft so komisch, leidet an Wasser in den Beinen usw.
Und weiter geht’s: Übergewicht, die Vermehrung des Körperfettes ist nicht nur ein eigenständiger Risikofaktor, sondern produziert zusätzliche Risikofaktoren. Wörtlich:
"Das Übergewicht trägt zur Entstehung von Diabetes Mellitus Typ II zu 70 %, von Bluthochdruck zu 40 % und von erhöhtem Bluttfett zu 30 % bei."
Und was geschieht, frägt Prof. Wirth weiter, wenn Übergewichtige abnehmen? Alle diese Komplikationen für Kreislauf und Herz (gemeint ist natürlich Herzinfarkt, Schlaganfall usw) bessern sich oder werden ganz beseitigt. Würden die übergewichtigen Deutschen 10 kg abnehmen (nur 10 Kilogramm! Klappt in zwei Wochen.) gäbe es nur halb soviel Diabetiker (statt 8 Millionen nur 4 Millionen) und ein Drittel weniger Menschen mit hohem Blutdruck und hohem Blutfett.
Interessiert den Übergewichtigen gar nicht. All dieses Gerede von Risikofaktoren. Ihn interessiert etwas ganz anderes: Mit weniger Speck auf den Rippen und am Bauch wird man nicht nur körperlich, sondern auch seelisch leichter, beschwingter, heller im Gehirn. Freut sich ein bisschen mehr. Bekommt deutlich mehr Lebensenergie, kurz und gut: Schleppt nicht mehr soviel Ballast mit sich herum. Die Sprache würde er verstehen.
Würde er. Man spricht nicht so mit ihm. Man spricht wohl überhaupt zu selten mit ihm. Dem Übergewichtigen. Denn Prof. Wirth stellt schlussendlich sehr richtig fest:
"Was in Deutschland fehlt, sind Strukturen zur Adipositastherapie: Interessierte sachkundige Ärzte und Therapeuten sowie ein adäquates Vergütungssystem."
Hört, hört! Ich dachte, alle Ärzte und Therapeuten seien sachkundig: Wir haben doch unsere DGE. Die ganz genau weiß, wie es geht: Bitte mehr Kohlenhydrate essen. Dann regelt sich das alles. Offenbar ist auch Prof. Wirth hier nicht einverstanden, nur zu höflich, um es direkt auszudrücken.
An dieser Höflichkeit sterben Menschen. Reihenweise. Herzinfarkt und Schlaganfall raffen mehr als 40 % unseres Volkes dahin. Wird es nicht Zeit, ein bisschen deutlicher zu werden?