Osteoporose

wurde 1993 von einer WHO-Kommission definiert. Jeder, der von der durchschnittlichen Knochendichte um 20-35% nach unten abweicht, hat Osteoporose. Und jeder, der etwa 10-20% dünnere Knochen hat, hat Osteopenie, eine Vorstufe.

Das Lustige daran:

Diese WHO-Kommission (das klingt so seriös) wurde gesponsort von den Pharma-Firmen SmithKline Beecham und Sandoz. Also genau den Firmen, die teure Tabletten gegen Osteoporose herstellen.

Dazu kein Kommentar von mir, außer: Bei Siemens nennt man das Korruption. Man verschreibt Ihnen also Alendronat, die meistverkaufte Osteoporosesubstanz der Welt. Über 3 Milliarden Dollar pro Jahr. Milliarden!

Was macht diese Tablette? Sie verringert die Wahrscheinlichkeit, sich eine Hüfte zu brechen, um 56 Prozent. (JAMA 280,1998,2077-2082)

Um 56 Prozent! Diese Zahl rechtfertigt alles. Alendronat ist also ein wahrer Segen.

Freilich, freilich: Guckt man genauer hin, liest man, dass Patienten ohne die Tablette in 99,5 Prozent keinen Hüftbruch bekommen, Patienten mit der Tablette in 99,8 Prozent.

Das Risiko für Hüftbruch sinkt also von 0,5 Prozent auf 0,2 Prozent. Diese sensationelle Tablettenwirkung von 0,3 Prozent wird Ihnen, dem dummen Mitmenschen, übersetzt mit

Erfolg 56 Prozent

Verstehen Sie jetzt, weshalb ich in den News vom 25.1.2008 gesagt habe: das Bemühen der Pharma-Industrie ist "verzweifelt und intellektuell". Man könnte das natürlich sehr viel unhöflicher ausdrücken.

Wie man Osteoporose nicht nur zu 0,3 Prozent, sondern zu 100 Prozent nicht bekommt oder beseitigt, ist Ihnen als Forever Young-Leser (hoffentlich) klar.

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